316 StGB: Das musst du jetzt wissen
Wer mit Alkohol oder Drogen im Blut fährt und dabei nicht mehr sicher fahren kann, macht sich strafbar. Die Vorschrift dazu ist § 316 StGB, die Trunkenheit im Verkehr. Sie gilt für Autos, Motorräder, E-Scooter und auch für Fahrräder.
Hier erfährst du, was die Norm genau regelt, welche Strafe bei Trunkenheit am Steuer droht, was mit deinem Führerschein passiert und wann eine MPU dazukommt. Der Artikel ersetzt keine anwaltliche Beratung im Einzelfall.
- § 316 StGB: Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder Geldstrafe, auch bei Fahrlässigkeit.
- Absolut fahruntüchtig: ab 1,1 Promille mit Kraftfahrzeug, ab 1,6 Promille mit dem Fahrrad.
- Schon ab 0,3 Promille ist eine Strafbarkeit möglich, wenn Ausfallerscheinungen dazukommen.
- Eine Trunkenheitsfahrt bringt 3 Punkte und führt in der Regel zur Entziehung der Fahrerlaubnis.
- Die Sperre für einen neuen Führerschein beträgt 6 Monate bis 5 Jahre (§ 69a StGB).
316 StGB: Das Wichtigste in Kürze
§ 316 StGB bestraft, wer im Verkehr ein Fahrzeug führt, obwohl er infolge von Alkohol oder anderen berauschenden Mitteln nicht mehr sicher fahren kann. Das Gesetz sieht Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder Geldstrafe vor. Auch die fahrlässige Trunkenheit im Verkehr ist strafbar (Absatz 2). Das ist der Normalfall, denn Vorsatz setzt voraus, dass du deine Fahruntüchtigkeit erkannt hast.
§ 316 greift nur, wenn kein schwereres Delikt vorliegt. Gefährdest du andere Menschen oder fremde Sachen von bedeutendem Wert, etwa durch einen Unfall, gilt § 315c StGB mit einem höheren Strafrahmen.
Rechtliche Grundlagen
Der Begriff „fahruntüchtig“ steht nicht als Zahl im Gesetz. Die Grenzwerte hat die Rechtsprechung entwickelt:
| Wert | Bedeutung |
|---|---|
| ab 0,3 Promille | relative Fahruntüchtigkeit: Straftat, wenn Ausfallerscheinungen oder Fahrfehler dazukommen |
| 0,5 bis 1,09 Promille | ohne Ausfallerscheinungen Ordnungswidrigkeit nach § 24a StVG, keine Straftat |
| ab 1,1 Promille | absolute Fahruntüchtigkeit mit Kraftfahrzeug, auch E-Scooter |
| ab 1,6 Promille | absolute Fahruntüchtigkeit mit dem Fahrrad |
Bei Drogen gibt es keine absolute Grenze. Hier kommt es auf konkrete Ausfallerscheinungen an. Ohne solche Anzeichen ist eine Fahrt unter Cannabis oder anderen Drogen in der Regel eine Ordnungswidrigkeit nach § 24a StVG.
Zur Strafe: Ersttäter bekommen meist einen Strafbefehl mit Geldstrafe. Die Höhe wird in Tagessätzen bemessen und richtet sich nach deinem Einkommen. Bei Wiederholung oder Unfall steigt das Strafmaß, auch eine Freiheitsstrafe auf Bewährung ist möglich.
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MPU-Check startenWas das für deinen Führerschein bedeutet
Nach § 69 StGB gilt, wer eine Trunkenheitsfahrt begeht, in der Regel als ungeeignet zum Führen von Kraftfahrzeugen. Das Gericht entzieht die Fahrerlaubnis und legt eine Sperrfrist fest.
- Sperre: 6 Monate bis 5 Jahre, in Ausnahmefällen für immer. Wer in den letzten drei Jahren schon eine Sperre hatte, bekommt mindestens ein Jahr.
- Vorläufige Entziehung: Oft wird der Führerschein schon bei der Kontrolle sichergestellt. Diese Zeit wird auf die Sperre angerechnet, die Mindestsperre darf aber drei Monate nicht unterschreiten.
- Punkte: 3 Punkte im Fahreignungsregister.
- Probezeit: Zusätzlich folgen ein besonderes Aufbauseminar und eine Verlängerung der Probezeit.
Bei einer Fahrt mit dem Fahrrad gibt es keine Fahrerlaubnis, die das Gericht entziehen könnte. Die Fahrerlaubnisbehörde kann aber trotzdem eine MPU anordnen, wenn du 1,6 Promille oder mehr hattest.
Wann eine MPU dazukommt
Die MPU ist keine Strafe, sondern ein Verwaltungsverfahren. Sie wird relevant, wenn du nach der Sperre einen neuen Führerschein beantragst. Nach § 13 FeV ordnet die Behörde eine MPU an:
- ab 1,6 Promille oder 0,8 mg/l Atemalkohol,
- bei wiederholten Zuwiderhandlungen unter Alkoholeinfluss,
- wenn sonstige Tatsachen auf Alkoholmissbrauch hindeuten.
Zwischen 1,1 und 1,59 Promille ist die MPU nicht automatisch Pflicht. Die Behörde kann sie verlangen, wenn weitere Hinweise dazukommen, zum Beispiel fehlende Ausfallerscheinungen bei hohem Wert. Das deutet auf Gewöhnung an Alkohol hin.

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Die nächsten Schritte
- Ruhe bewahren und keine Aussage ohne Beratung: Zur Sache musst du dich gegenüber der Polizei nicht äußern.
- Anwalt für Verkehrsstrafrecht prüfen: Er kann Akteneinsicht nehmen und prüfen, ob die Blutprobe korrekt entnommen wurde.
- Strafbefehl prüfen: Gegen einen Strafbefehl hast du zwei Wochen Zeit für einen Einspruch.
- Frühzeitig an die Neuerteilung denken: Den Antrag kannst du frühestens sechs Monate vor Ablauf der Sperre stellen (§ 20 FeV).
- Abstinenz früh klären: Falls du Nachweise brauchst, zählt jeder Monat. Ein Nachweis kann schon während der Sperre laufen.
So bereitest du dich vor
Die Sperrfrist ist die beste Zeit für die Vorbereitung. Wer früh anfängt, kann Abstinenznachweise sammeln und in Ruhe an den Ursachen arbeiten. Laut BASt-Studie M 226 bestanden früh informierte und geschulte Kandidaten deutlich häufiger als Unvorbereitete.
- Beantrage Einsicht in deine Führerscheinakte, damit deine Angaben zur Aktenlage passen.
- Rechne nach, ob deine erinnerte Trinkmenge die gemessene Promillezahl erklärt.
- Überlege, welche Situationen dich zum Trinken gebracht haben und was du heute anders machst.
Ob du eine MPU brauchst und wie lange die Vorbereitung dauern sollte, zeigt dir der MPU-Check in wenigen Minuten.
Häufige Fragen
Wie vermeide ich Trunkenheitsfahrten?
Trenne Trinken und Fahren konsequent: Plane die Heimfahrt vor dem ersten Glas, nutze Taxi, Bahn oder eine nüchterne Begleitung. Denk auch an Restalkohol am nächsten Morgen, der Körper baut nur etwa 0,1 bis 0,2 Promille pro Stunde ab.
Wann kommt der Bescheid nach einer Trunkenheitsfahrt?
Das hängt von Staatsanwaltschaft und Gericht ab. Häufig vergehen einige Wochen bis wenige Monate bis zum Strafbefehl, weil erst das Ergebnis der Blutprobe vorliegen muss. Eine feste Frist gibt es nicht.
Wann wird eine Trunkenheitsfahrt im Fahreignungsregister gelöscht?
Straftaten mit Entziehung der Fahrerlaubnis werden nach 10 Jahren getilgt (§ 29 StVG). Die Frist beginnt mit der Neuerteilung, spätestens 5 Jahre nach der Entscheidung. Danach folgt eine Überliegefrist von einem Jahr.
Wann ist eine Trunkenheitsfahrt vorsätzlich?
Vorsatz liegt vor, wenn du wusstest oder billigend in Kauf genommen hast, dass du nicht mehr sicher fahren kannst. Ein hoher Promillewert allein reicht dafür nach der Rechtsprechung meist nicht. Die meisten Verurteilungen erfolgen wegen Fahrlässigkeit.
Wie lange wird eine Trunkenheitsfahrt gespeichert?
Im Fahreignungsregister in Flensburg in der Regel 10 Jahre ab Neuerteilung, spätestens 15 Jahre nach der Entscheidung, plus ein Jahr Überliegefrist. Im Bundeszentralregister gelten eigene Fristen, die von der Strafhöhe abhängen.
Wie lange steht eine Trunkenheitsfahrt im Führungszeugnis?
Eine Geldstrafe von höchstens 90 Tagessätzen erscheint nicht im Führungszeugnis, wenn sonst nichts eingetragen ist (§ 32 BZRG). Bei höheren Strafen oder weiteren Einträgen steht sie drin, wie lange, hängt von der Strafhöhe ab.
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