Kurs nach § 70 FeV: Das musst du jetzt wissen
In deinem MPU-Gutachten steht „nachschulungsfähig“ oder „Kursempfehlung“? Dann ist ein Kurs nach § 70 FeV dein Weg zurück zum Führerschein, ohne neue MPU. Viele verwechseln diesen Kurs zur Wiederherstellung der Kraftfahreignung mit dem Aufbauseminar oder dem Fahreignungsseminar. Das sind drei verschiedene Dinge.
Hier erfährst du, was der Kurs 70 ist, wann er in Frage kommt, welche Voraussetzungen gelten, wie er abläuft und was er kostet.
- Kurse nach § 70 FeV sind Kurse zur Wiederherstellung der Kraftfahreignung für alkohol- oder drogenauffällige Kraftfahrer.
- Voraussetzung ist ein MPU-Gutachten mit Kursempfehlung und die schriftliche Zustimmung der Behörde vor Kursbeginn.
- 2025 bekamen laut BASt 4,3 Prozent aller MPU-Kandidaten eine Kursempfehlung, bei Alkohol erstmalig 8,1 Prozent.
- Bei MPUs wegen Verkehrsverstößen oder Straftaten ist der Kurs nach § 11 Abs. 10 FeV ausgeschlossen.
- Mit der Teilnahmebescheinigung ersetzt der Kurs ein erneutes Gutachten.
Kurs nach § 70 FeV: Das Wichtigste in Kürze
Die MPU kennt drei Ergebnisse: geeignet, ungeeignet und nachschulungsfähig. Nachschulungsfähig heißt: Der Gutachter sieht bei dir noch kleine Restdefizite, glaubt aber, dass ein Kurs sie beheben kann.
- Der Kurs ist ein Gruppenkurs bei einem anerkannten Träger.
- Er dauert meist einige Wochen mit mehreren Terminen.
- Du bekommst am Ende eine Teilnahmebescheinigung für die Behörde.
- Eine neue MPU ist dann in der Regel nicht nötig.
Achtung, Verwechslungsgefahr: Das Aufbauseminar ist für Fahranfänger in der Probezeit. Das Fahreignungsseminar dient dem Punkteabbau. Der Kurs nach § 70 FeV setzt dagegen immer ein MPU-Gutachten voraus.
Rechtliche Grundlagen
§ 70 FeV regelt die Anerkennung der Kursträger. Die zuständige Landesbehörde erkennt Kurse zur Wiederherstellung der Kraftfahreignung von alkohol- oder drogenauffälligen Kraftfahrern an, befristet auf höchstens zehn Jahre. Die Kurse müssen wissenschaftlich evaluiert sein.
Wann der Kurs das Gutachten ersetzt, steht in § 11 Abs. 10 FeV. Die Bedingungen:
- Der Kurs ist nach § 70 FeV anerkannt.
- Das Gutachten einer amtlich anerkannten Begutachtungsstelle hat die Teilnahme empfohlen.
- Du hast zurzeit keine Fahrerlaubnis.
- Die Behörde hat der Kursteilnahme vor Kursbeginn zugestimmt.
Ausgeschlossen ist der Kurs, wenn die MPU wegen erheblicher oder wiederholter Verkehrsverstöße oder wegen Straftaten angeordnet wurde. Deshalb gibt es bei Punkte- und Straftaten-MPUs fast nie eine Kursempfehlung.
Die Beurteilungskriterien kennen dafür eigene Hypothesen, etwa A7 für Alkohol und D7 für Drogen. Bei moderatem Cannabiskonsum gibt es laut BK 5 derzeit noch keine anerkannten Kurse.
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MPU-Check startenWas das für deinen Führerschein bedeutet
Mit der Kursempfehlung bist du nah dran. Nach erfolgreicher Teilnahme legst du die Bescheinigung bei der Führerscheinstelle vor. Die Behörde kann dir dann die Fahrerlaubnis erteilen, ohne ein neues Gutachten zu verlangen.
Es bleibt ein Restrisiko. Die Behörde muss dem Kurs zustimmen. Wer unentschuldigt fehlt, wird aus dem Kurs genommen und muss neu beginnen. Auch deshalb: Kurs ernst nehmen, pünktlich sein, mitarbeiten.
Die Kurse wirken. Evaluationen verschiedener Kursprogramme fanden nach 36 Monaten Rückfallquoten von höchstens etwa zehn Prozent.
Wann eine MPU dazukommt
Der Kurs kommt immer nach der MPU, nie davor. Er ist keine Alternative zur Untersuchung. Wer ohne Gutachten einen Kurs besucht, weil er „Kurs 70 in der Nähe“ gegoogelt hat, erfüllt die Voraussetzungen nicht.
Eine neue MPU wird fällig, wenn:
- die Behörde der Kursteilnahme nicht zustimmt,
- du den Kurs abbrichst oder ausgeschlossen wirst,
- das Gutachten negativ war und keine Kursempfehlung enthielt.

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Die nächsten Schritte
- Gutachten lesen: Steht dort ausdrücklich eine Kursempfehlung?
- Kursträger finden: Die BASt führt eine Liste anerkannter Kurse. Die Begutachtungsstelle nennt dir meist ebenfalls Träger.
- Zustimmung einholen: Gutachten bei der Führerscheinstelle einreichen und die schriftliche Zustimmung zum Kurs abwarten.
- Kurs besuchen: Gruppenkurs, laut Ratgeberangaben meist 12 bis 20 Stunden über einige Wochen.
- Bescheinigung einreichen: Danach entscheidet die Behörde über die Neuerteilung.
Was kostet ein Kurs 70?
Die Preise legen die Träger fest. Ratgeberquellen nennen etwa 400 Euro, bei Drogenkursen kann ein Screening dazukommen. Frag den Träger nach dem aktuellen Preis.
So bereitest du dich vor
Die Kursempfehlung ist kein Zufall. In der BASt-Studie M 226 bekamen Kandidaten ohne Beratung in rund 21 Prozent der Fälle eine Kurszuweisung, gut vorbereitete nur in rund 6 Prozent, weil diese häufiger direkt positiv waren. Mit guter Vorbereitung kannst du also oft direkt ein positives Gutachten erreichen.
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Häufige Fragen
Wie lange dauert die MPU?
Der Untersuchungstag dauert meist drei bis vier Stunden. Das Gutachten kommt einige Wochen später. Ein anschließender Kurs nach § 70 FeV läuft meist über mehrere Wochen.
Was kostet die MPU insgesamt?
Die Gebühr der Begutachtungsstelle liegt meist bei etwa 400 bis 800 Euro. Bei einer Kursempfehlung kommen etwa 400 Euro für den Kurs dazu, dafür entfällt eine neue MPU.
Kann man die MPU beim ersten Mal bestehen?
Ja. 2025 waren 58 Prozent der Gutachten positiv und 4,3 Prozent nachschulungsfähig. Die Kursempfehlung ist in der Praxis ebenfalls ein Weg zurück zum Führerschein ohne zweite MPU.
Brauche ich für die MPU einen Abstinenznachweis?
Das hängt von deiner Einordnung ab. Bei Alkohol mit beeinträchtigter Konsumkontrolle oder bei harten Drogen in der Regel ja, bei Punkten oder Straftaten ohne Substanzbezug nein.
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