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Führerschein zurück: Das musst du jetzt wissen

Aktualisiert am 27.09.20266 Min. LesezeitRedaktion MPU-Weg, nach den Beurteilungskriterien 2026

Wie du deinen Führerschein zurückbekommst, hängt davon ab, was genau passiert ist. Ein Fahrverbot endet von selbst. Eine Entziehung nicht: Dann musst du die Fahrerlaubnis neu beantragen, oft mit MPU.

Dieser Ratgeber sortiert die Fälle: Fahrverbot, vorläufige Entziehung, Entziehung durch Gericht oder Behörde und Punkte. Du erfährst, wann du deinen Führerschein zurück bekommst, was du beantragen musst und wie du Zeit sparst.

Das Wichtigste in Kürze
  • Ein Fahrverbot (1 bis 3 Monate im Bußgeldverfahren) endet automatisch, der Führerschein kommt zurück.
  • Nach einer Entziehung erlischt die Fahrerlaubnis. Du brauchst eine Neuerteilung.
  • Den Antrag auf Neuerteilung kannst du frühestens sechs Monate vor Ablauf der Sperre stellen (§ 20 Abs. 4 FeV).
  • Bei 8 Punkten wird die Fahrerlaubnis entzogen. Die Neuerteilung ist frühestens sechs Monate später möglich, in der Regel mit MPU.
  • Einen Führerschein kann man nicht legal „zurückkaufen“. Angebote dieser Art sind Betrug oder strafbar.

Führerschein zurück: Das Wichtigste in Kürze

Der wichtigste Unterschied lautet: Fahrverbot oder Entziehung?

SituationWas mit der Fahrerlaubnis passiertWie du den Führerschein zurück bekommst
FahrverbotBleibt bestehen, nur das Fahren ist verbotenNach Ablauf der Frist, ohne Antrag
Beschlagnahme oder vorläufige EntziehungVorübergehend ausgesetzt bis zum UrteilRückgabe, wenn das Gericht nicht entzieht
Entziehung durch GerichtErlischt, dazu eine SperreNeuerteilung nach der Sperre, oft mit MPU
Entziehung durch Behörde (z. B. 8 Punkte, fehlendes Gutachten)ErlischtNeuerteilung, meist mit MPU

Rechtliche Grundlagen

Fahrverbot

Ein Fahrverbot nach § 25 StVG dauert ein bis drei Monate, zum Beispiel nach einer Fahrt mit 0,5 Promille. Es wird wirksam, wenn du den Führerschein abgibst, spätestens einen Monat nach Rechtskraft. Hattest du in den zwei Jahren davor kein Fahrverbot, darfst du den Beginn innerhalb von vier Monaten selbst wählen. Nach Ablauf bekommst du den Führerschein zurück.

Entziehung durch das Gericht

Nach einer Straftat im Verkehr, etwa Trunkenheit am Steuer, entzieht das Gericht die Fahrerlaubnis in der Regel (§ 69 StGB). Es setzt eine Sperre von sechs Monaten bis fünf Jahren fest (§ 69a StGB). Vor dem Urteil kann das Gericht die Fahrerlaubnis schon vorläufig entziehen (§ 111a StPO). Diese Zeit zählt bei der Mindestsperre mit.

Entziehung durch die Behörde

Die Führerscheinstelle entzieht die Fahrerlaubnis zum Beispiel bei 8 Punkten (§ 4 StVG) oder wenn du ein angeordnetes Gutachten nicht fristgerecht vorlegst (§ 11 Abs. 8 FeV).

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Was das für deinen Führerschein bedeutet

Nach einer Entziehung gibt es kein „zurück“ im wörtlichen Sinn. Die alte Fahrerlaubnis ist erloschen. Du beantragst eine neue, und dafür gelten die Regeln der Ersterteilung (§ 20 FeV). Eine neue Fahrprüfung ordnet die Behörde nur an, wenn sie Zweifel hat, dass du Wissen und Fahrkönnen noch besitzt. Das kann nach sehr langer Zeit ohne Fahrerlaubnis passieren.

Führerschein zurück mit Auflagen

Die Behörde kann die Fahrerlaubnis mit Auflagen erteilen. Beispiele sind eine Brille oder regelmäßige ärztliche Kontrollen. Auflagen stehen dann im Führerschein oder im Bescheid.

Probezeit

Warst du noch in der Probezeit, läuft nach der Neuerteilung die Restdauer weiter (§ 2a StVG). Nach einer Entziehung in der Probezeit brauchst du vor der Neuerteilung außerdem ein Aufbauseminar, bei Alkohol oder Drogen ein besonderes Aufbauseminar.

Wann eine MPU dazukommt

Die MPU ist kein automatischer Teil jeder Neuerteilung. Sie kommt, wenn die Behörde begründete Zweifel an deiner Eignung hat. Typische Fälle:

  • Fahrt mit 1,6 Promille oder mehr, auch mit dem Fahrrad (zwingend)
  • wiederholte Fahrten unter Alkohol oder Cannabis
  • Entziehung wegen 8 Punkten (in der Regel)
  • Konsum harter Drogen
  • erhebliche oder wiederholte Straftaten mit Verkehrsbezug

Zwischen 1,1 und 1,6 Promille kann eine MPU kommen, wenn weitere Hinweise vorliegen. Ob in deinem Fall eine MPU nötig ist, steht spätestens im Schreiben der Führerscheinstelle nach deinem Antrag. Du kannst aber schon vorher bei der Behörde nachfragen.

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Die nächsten Schritte

  1. Bescheid oder Urteil prüfen. Steht dort Fahrverbot oder Entziehung? Wie lange dauert die Sperre?
  2. Neuerteilung rechtzeitig beantragen. Frühestens sechs Monate vor Ende der Sperre. Die Bearbeitung dauert, rechne mit mehreren Wochen.
  3. Unterlagen sammeln. Meist verlangt die Behörde Sehtest, Erste-Hilfe-Nachweis, Passbild und Ausweis. Die genaue Liste gibt dir deine Führerscheinstelle.
  4. MPU-Anordnung abwarten oder erfragen. Darin steht die Fragestellung, die das Gutachten klären muss, und eine Frist.
  5. Begutachtungsstelle wählen. Du beauftragst sie selbst und teilst der Behörde mit, welche Stelle es ist.

Wie lange dauert es, den Führerschein zurück zu bekommen?

Ohne MPU hängt es vor allem an der Bearbeitungszeit der Behörde. Mit MPU bestimmt oft der Abstinenznachweis die Dauer: meist 6 oder 12 Monate, je nach Einordnung. Wer früh anfängt, kann ihn schon während der Sperre sammeln.

Führerschein zurück kaufen?

Angebote, einen deutschen Führerschein ohne MPU zu „kaufen“, sind unseriös. Gefälschte Dokumente sind strafbar. Auch der Umweg über einen EU-Führerschein funktioniert nach einer Entziehung in Deutschland in der Regel nicht.

So bereitest du dich vor

Wenn eine MPU ansteht, zählt die Zeit ab dem ersten Tag. Die BASt-Studie M 226 zeigt: Kandidaten, die früh informiert waren und sich vorbereitet hatten, bestanden deutlich häufiger als Kandidaten ohne Beratung.

  • Akteneinsicht beantragen und den eigenen Fall genau kennen.
  • Klären, ob du einen Abstinenznachweis brauchst, und ihn dann sofort starten.
  • Die eigene Geschichte ehrlich aufarbeiten: Was ist passiert, warum, was ist heute anders?
  • Freie, eigene Antworten üben statt auswendig gelernter Sätze.

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Häufige Fragen

Wie bekomme ich den Führerschein zurück?

Nach einem Fahrverbot bekommst du ihn nach Ablauf der Frist zurück. Nach einer Entziehung stellst du bei der Führerscheinstelle einen Antrag auf Neuerteilung, frühestens sechs Monate vor Ende der Sperre. Hat die Behörde Eignungszweifel, verlangt sie vorher ein MPU-Gutachten.

Wann bekommt man den Führerschein zurück?

Das hängt von der Maßnahme ab. Beim Fahrverbot nach ein bis drei Monaten, bei einer Entziehung frühestens nach Ablauf der Sperre und nach der Neuerteilung. Mit MPU kommt die Zeit für Vorbereitung und Nachweise dazu.

Wann Führerschein zurück nach Entzug?

Nach einer Entziehung erst, wenn die Sperre abgelaufen ist und die Behörde die Fahrerlaubnis neu erteilt hat. Den Antrag kannst du schon sechs Monate vor Ende der Sperre stellen. Wird eine MPU angeordnet, brauchst du vorher ein positives Gutachten.

Wann Führerschein zurück nach Fahrverbot?

Das Fahrverbot endet mit Ablauf der festgesetzten Zeit, also nach ein bis drei Monaten. Die Frist beginnt mit der Abgabe des Führerscheins, spätestens einen Monat nach Rechtskraft. Die Fahrerlaubnis selbst bleibt die ganze Zeit bestehen.

Wann wird der Führerschein zurückgeschickt?

Nach einem Fahrverbot schickt die Behörde den Führerschein meist kurz vor Ende der Frist zurück oder du holst ihn ab. Die Abläufe unterscheiden sich je nach Bußgeldstelle. Frag am besten bei der Abgabe nach, wie es bei deiner Stelle läuft.

Wie lange dauert es, den Führerschein zurück zu bekommen?

Ohne MPU hängt es vor allem an der Bearbeitungszeit der Behörde, oft mehrere Wochen. Mit MPU dauert es meist deutlich länger, weil Abstinenznachweise oft 6 oder 12 Monate laufen müssen. Wer schon während der Sperre anfängt, spart die meiste Zeit.

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Redaktion MPU-Weg

Geschrieben nach den Beurteilungskriterien in der 5. Auflage, den Begutachtungsleitlinien und der Fahrerlaubnis-Verordnung. Zahlen und Quellen stehen im Artikel. Zuletzt aktualisiert am 27.09.2026.