Fahrerlaubnis Neuerteilung: Das musst du jetzt wissen
Nach einem Führerscheinentzug bekommst du deinen alten Führerschein nicht einfach zurück. Du musst eine Fahrerlaubnis Neuerteilung beantragen. Rechtlich gelten dafür die Regeln wie bei der ersten Fahrerlaubnis, mit einigen Besonderheiten.
Hier erfährst du, wann du den Antrag stellen kannst, welche Unterlagen die Behörde verlangt, wann eine MPU dazukommt und wie du Wartezeit vermeidest.
- Für die Neuerteilung gelten die Vorschriften der Ersterteilung (§ 20 FeV).
- Den Antrag kannst du frühestens sechs Monate vor Ablauf der Sperrfrist stellen.
- Eine neue Fahrprüfung ordnet die Behörde nur an, wenn sie Zweifel an Kenntnissen oder Fähigkeiten hat.
- Nach Punkte-Entzug ist die Neuerteilung frühestens sechs Monate nach dem Entzug möglich.
- Die Gebühr für die Neuerteilung liegt laut BASt bei bis zu 275 €.
Fahrerlaubnis Neuerteilung: Das Wichtigste in Kürze
Mit der Entziehung erlischt deine Fahrerlaubnis. Sie ruht nicht, sie ist weg. Deshalb heißt das Verfahren Neuerteilung, umgangssprachlich auch Führerschein Wiedererteilung. Zuständig ist die Fahrerlaubnisbehörde an deinem Wohnort, oft Führerscheinstelle genannt.
- Der Antrag ist schriftlich, viele Behörden haben eigene Formulare.
- Die Behörde prüft deine Eignung. Dafür kann sie ein ärztliches Gutachten oder eine MPU verlangen.
- Erst mit dem neuen Führerschein darfst du wieder fahren.
Rechtliche Grundlagen
§ 20 FeV regelt die Neuerteilung nach Entziehung oder Verzicht. Die wichtigsten Punkte:
- Ersterteilungsregeln: Es gelten die Vorschriften wie für den ersten Führerschein.
- Prüfung nur bei Zweifeln: Die Behörde ordnet eine Fahrerlaubnisprüfung an, wenn Tatsachen dafür sprechen, dass du die nötigen Kenntnisse oder Fähigkeiten nicht mehr besitzt. Das kann bei sehr langer Zeit ohne Fahrerlaubnis der Fall sein.
- MPU möglich: Die Anordnung einer MPU bleibt zulässig.
- Antragsfrist: Der Antrag kann frühestens sechs Monate vor Ablauf einer Sperre gestellt werden.
Bei einem Entzug wegen Punkten gilt § 4 Abs. 10 StVG: Die Neuerteilung ist frühestens sechs Monate nach Wirksamkeit der Entziehung möglich. Die Behörde verlangt in der Regel ein MPU-Gutachten.
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MPU-Check startenWas das für deinen Führerschein bedeutet
Typische Unterlagen für den Antrag auf Neuerteilung der Fahrerlaubnis:
- Personalausweis oder Reisepass
- biometrisches Passfoto
- Sehtest oder augenärztliches Gutachten
- Nachweis über Erste Hilfe, je nach Behörde und Klasse
- bei Probezeit: Bescheinigung über das besondere Aufbauseminar
- ggf. MPU-Gutachten oder ärztliches Gutachten
Welche Unterlagen genau nötig sind, legt deine Behörde fest. Frag vorher nach, das spart Wochen. Deine Probezeit läuft nach der Neuerteilung weiter, sie beginnt nicht neu.
Wann eine MPU dazukommt
Die Behörde verlangt eine MPU, wenn Zweifel an deiner Eignung bestehen. Die häufigsten Fälle:
- Alkoholfahrt ab 1,6 Promille oder wiederholte Alkoholfahrten (§ 13 FeV)
- wiederholte Cannabisverstöße oder Anzeichen für Missbrauch (§ 13a FeV)
- Entzug wegen anderer Drogen (§ 14 FeV)
- Entzug wegen 8 Punkten (§ 4 StVG)
- erhebliche Straftaten oder wiederholte Entziehung (§ 11 FeV)
Die Behörde schreibt dir die Fragestellung vor und nennt eine Frist für das Gutachten. Du wählst die Begutachtungsstelle und stimmst zu, dass die Akte dorthin geschickt wird. Vorher kannst du die Unterlagen einsehen (§ 11 Abs. 6 FeV).

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Die nächsten Schritte
- Sperrfrist prüfen: Das Ende steht im Urteil oder Strafbefehl. Rechne es genau aus.
- Antrag rechtzeitig stellen: Frühestens sechs Monate vor Ablauf. Die Bearbeitung dauert oft Wochen.
- MPU-Anordnung abwarten oder erfragen: Viele Behörden teilen nach dem Antrag mit, ob ein Gutachten nötig ist.
- Akte einsehen: So weißt du, welche Fakten der Gutachter kennt.
- MPU planen: Termin, Nachweise und Vorbereitung so legen, dass das Gutachten zur Frist vorliegt.
- Gutachten vorlegen: Ein positives Gutachten reichst du ein, danach bekommst du den Führerschein.
Kosten und Bearbeitungszeit
Für die Neuerteilung selbst nennt die BASt Gebühren von bis zu 275 €. Dazu kommen Passfoto, Sehtest und gegebenenfalls Erste-Hilfe-Kurs. Den größten Posten bildet meist die MPU mit Nachweisen.
Die Bearbeitungszeit hängt stark von deiner Behörde ab. Einige Wochen sind normal, in großen Städten auch länger. Rechne außerdem die Zeit für die Führerscheinherstellung ein. Wer den Antrag erst am letzten Tag der Sperre stellt, wartet danach oft noch Wochen ohne Fahrerlaubnis.
Wichtig ist der Unterschied zum Fahrverbot: Bei einem Fahrverbot bleibt deine Fahrerlaubnis bestehen, du gibst nur den Führerschein für eine bestimmte Zeit ab, bei Ordnungswidrigkeiten ein bis drei Monate. Danach bekommst du ihn ohne Antrag zurück. Eine Neuerteilung brauchst du nur nach einer Entziehung.
Ein Sonderfall ist der freiwillige Verzicht auf die Fahrerlaubnis, etwa um einer drohenden Entziehung zuvorzukommen. Auch danach gilt § 20 FeV: Du brauchst eine Neuerteilung, und die Behörde prüft deine Eignung genauso, als wäre die Fahrerlaubnis entzogen worden. Ein Verzicht spart dir die MPU also nicht.
So bereitest du dich vor
Der häufigste Zeitfehler: Die Sperre ist vorbei, aber die Abstinenz ist noch nicht lang genug. Dann steht der Antrag, doch das Gutachten fehlt. Starte deshalb Nachweise und Vorbereitung früh, oft schon kurz nach dem Entzug. Ob in deinem Fall eine MPU zu erwarten ist, zeigt dir der MPU-Check.
Häufige Fragen
Wie lange dauert die MPU?
Der Termin selbst dauert meist zwei bis vier Stunden. Die Vorbereitung dauert je nach Anlass einige Wochen bis über ein Jahr, wenn Abstinenznachweise nötig sind.
Was kostet die MPU insgesamt?
Das Gutachten kostet etwa 400 bis 1.100 €. Mit Nachweisen, Neuerteilung und Vorbereitung kommen viele auf 1.500 bis 3.000 €.
Kann man die MPU beim ersten Mal bestehen?
Ja. 2025 waren 58 % aller Gutachten positiv, weitere 4,3 % endeten mit einer Kursempfehlung. Vorbereitete Kandidaten schneiden in Studien deutlich besser ab.
Brauche ich für die MPU einen Abstinenznachweis?
Das hängt vom Anlass und von der Einordnung ab. Bei Alkoholabhängigkeit, beeinträchtigter Konsumkontrolle (A2) und fortgeschrittener Drogenproblematik ist er nötig, bei Punkte-MPUs meist nicht.
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