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MPU Verjährung: Das musst du jetzt wissen

Aktualisiert am 27.09.20265 Min. LesezeitRedaktion MPU-Weg, nach den Beurteilungskriterien 2026

„Verjährt die MPU irgendwann?“ Die Frage taucht oft auf, wenn der Führerscheinentzug schon Jahre zurückliegt. Rechtlich gibt es keine MPU Verjährung im eigentlichen Sinn. Entscheidend ist, wie lange die Tat im Fahreignungsregister in Flensburg steht und verwertet werden darf.

Hier erfährst du, welche Tilgungsfristen gelten, woher die Zahlen „10 oder 15 Jahre“ kommen, wann die Behörde keine MPU mehr verlangen darf und wie du deinen Stand prüfst.

Das Wichtigste in Kürze
  • Maßgeblich sind die Tilgungsfristen im Fahreignungsregister nach § 29 StVG.
  • Ordnungswidrigkeiten mit 1 Punkt: 2,5 Jahre, mit 2 Punkten: 5 Jahre.
  • Straftaten mit Entziehung der Fahrerlaubnis: 10 Jahre.
  • Bei Entziehung beginnt die Frist erst mit der Neuerteilung, spätestens 5 Jahre nach der Entscheidung.
  • Nach Ablauf der Frist folgt eine Überliegefrist von einem Jahr.

MPU Verjährung: Das Wichtigste in Kürze

Die Fahrerlaubnisbehörde darf eine MPU nur auf Tatsachen stützen, die sie noch verwerten darf. Solange eine Alkohol- oder Drogenfahrt im Fahreignungsregister steht, kann sie auch nach vielen Jahren eine MPU verlangen. Ist der Eintrag getilgt und die Überliegefrist vorbei, darf dir die Tat nicht mehr vorgehalten werden (§ 29 Abs. 7 StVG).

Von „Verjährung“ spricht man umgangssprachlich. Juristisch geht es um Tilgung und Verwertungsverbot. Die strafrechtliche Verfolgungsverjährung ist etwas anderes: Sie regelt nur, wie lange eine Tat noch angeklagt werden kann. Bei § 316 StGB sind das drei Jahre.

Rechtliche Grundlagen

§ 29 StVG legt die Tilgungsfristen fest:

EintragTilgungsfrist
Ordnungswidrigkeit mit 1 Punkt2 Jahre und 6 Monate
Ordnungswidrigkeit mit 2 Punkten, z. B. 0,5 Promille5 Jahre
Straftat ohne Entziehung5 Jahre
Straftat mit Entziehung oder isolierter Sperre10 Jahre

Beginn der Frist: In der Regel mit der Rechtskraft der Entscheidung. Bei einer Entziehung wegen fehlender Eignung beginnt sie erst mit der Neuerteilung der Fahrerlaubnis, spätestens aber 5 Jahre nach der Entscheidung (§ 29 Abs. 5 StVG).

Überliegefrist: Nach Ablauf der Tilgungsfrist bleibt der Eintrag noch ein Jahr gespeichert. In dieser Zeit darf er nur noch eingeschränkt genutzt werden, unter anderem für Fahrerlaubnisverfahren.

Seit der Reform 2014 läuft jeder Eintrag für sich ab. Neue Einträge verlängern alte nicht mehr.

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Was das für deinen Führerschein bedeutet

Daraus ergibt sich die Frage „MPU Verjährung 10 oder 15 Jahre?“:

  • Hast du nach der Entziehung keinen neuen Führerschein beantragt, beginnt die 10-jährige Frist spätestens 5 Jahre nach dem Urteil. Getilgt ist die Tat dann nach 15 Jahren, plus ein Jahr Überliegefrist.
  • Bekommst du vorher einen neuen Führerschein, beginnt die Frist ab diesem Tag. Die Tat ist dann aber bereits durch die Neuerteilung, oft mit MPU, abgeschlossen.

Wer wirklich auf die Tilgung wartet, verzichtet also 15 bis 16 Jahre auf den Führerschein. Auch danach kann die Behörde eine Fahrprüfung verlangen, wenn Zweifel an deinen Kenntnissen bestehen (§ 20 FeV). Ein Führerschein nach 15 Jahren ohne MPU ist also möglich, aber selten der schnellere Weg.

Wann eine MPU dazukommt

Solange die Tat verwertbar ist, gelten die normalen MPU-Anlässe:

  • Alkohol ab 1,6 Promille, Wiederholung oder Missbrauchshinweise (§ 13 FeV)
  • Cannabis bei wiederholten Verstößen oder Missbrauchshinweisen (§ 13a FeV)
  • andere Drogen (§ 14 FeV)
  • 8 Punkte oder erhebliche Straftaten (§ 4 StVG, § 11 FeV)

Bei einer Führerscheinentziehung wegen Drogen durch die Behörde gelten ebenfalls lange Fristen. Die genaue Frist für deinen Eintrag erfährst du über eine Registerauskunft.

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Die nächsten Schritte

  1. Registerauskunft holen: Beim Kraftfahrt-Bundesamt kannst du kostenlos eine Auskunft aus dem Fahreignungsregister beantragen. Dort stehen Einträge und Tilgungsdaten.
  2. Akteneinsicht bei der Führerscheinstelle: Frag, welche Unterlagen dort noch vorliegen und welche Fragestellung für eine MPU in Betracht kommt.
  3. Rechnen: Frist, Beginn und Überliegefrist nachvollziehen, im Zweifel mit einem Anwalt für Verkehrsrecht.
  4. Abwägen: Ob sich Warten lohnt oder die MPU der schnellere Weg ist.

So bereitest du dich vor

Auch wenn die Tat lange zurückliegt, prüft der Gutachter, wie sich dein Verhalten seitdem entwickelt hat. Das kann ein Vorteil sein: Wer lange Zeit stabil lebt, kann das oft gut belegen. Nachweise müssen trotzdem aktuell sein, der letzte Beleg sollte höchstens etwa 4 Monate alt sein. Bei lange zurückliegenden Drogenproblemen verlangt BK 5 ausdrücklich Belege. Ob in deinem Fall eine MPU zu erwarten ist, zeigt dir der MPU-Check.

Häufige Fragen

Wann werden im Fahreignungsregister eingetragene Ordnungswidrigkeiten getilgt?

Ordnungswidrigkeiten mit einem Punkt nach 2 Jahren und 6 Monaten, mit zwei Punkten nach 5 Jahren. Die Frist beginnt mit der Rechtskraft. Danach folgt ein Jahr Überliegefrist.

Wann verjährt eine MPU wegen Drogen?

Eine eigene Verjährung gibt es nicht. Maßgeblich ist, wann der Eintrag im Fahreignungsregister getilgt wird. Bei einer Entziehung sind das in der Regel 10 Jahre, gerechnet ab Neuerteilung und spätestens ab 5 Jahren nach der Entscheidung.

Wann verjährt eine MPU wegen Alkohol?

Auch hier entscheidet die Tilgung. Eine Trunkenheitsfahrt mit Entziehung wird nach 10 Jahren getilgt, die Frist beginnt spätestens 5 Jahre nach dem Urteil. Ohne Neuerteilung ergibt das bis zu 15 Jahre plus ein Jahr Überliegefrist.

Wann werden Einträge im Fahreignungsregister getilgt?

Je nach Eintrag nach 2,5, 5 oder 10 Jahren (§ 29 StVG). Jeder Eintrag läuft unabhängig von den anderen ab.

Wann werden Punkte im Fahreignungsregister getilgt?

Punkte werden mit dem zugehörigen Eintrag getilgt, also nach 2,5 Jahren (1 Punkt), 5 Jahren (2 Punkte oder Straftat ohne Entziehung) oder 10 Jahren (Straftat mit Entziehung). Ein freiwilliges Fahreignungsseminar bringt bei 1 bis 5 Punkten einmal in fünf Jahren einen Punkt Abzug.

Wann werden 2 Punkte im Fahreignungsregister getilgt?

Nach 5 Jahren ab Rechtskraft der Entscheidung. Danach bleibt der Eintrag noch ein Jahr in der Überliegefrist gespeichert, bevor er gelöscht wird.

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Redaktion MPU-Weg

Geschrieben nach den Beurteilungskriterien in der 5. Auflage, den Begutachtungsleitlinien und der Fahrerlaubnis-Verordnung. Zahlen und Quellen stehen im Artikel. Zuletzt aktualisiert am 27.09.2026.