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Fahrerlaubnisbehörde: Einfach erklärt

Aktualisiert am 27.09.20265 Min. LesezeitRedaktion MPU-Weg, nach den Beurteilungskriterien 2026

Die Fahrerlaubnisbehörde, oft Führerscheinstelle oder Straßenverkehrsamt genannt, entscheidet über deinen Führerschein. Sie ordnet die MPU an, bestimmt die Fragestellung und erteilt am Ende die Fahrerlaubnis neu. Wer ihre Rolle versteht, macht weniger Fehler im Verfahren.

Hier erfährst du, was die Fahrerlaubnisbehörde ist, welche Rechtsgrundlagen gelten, welche Rolle sie bei der MPU spielt und wie typische Abläufe aussehen.

Das Wichtigste in Kürze
  • Die Fahrerlaubnisbehörde ist die Verwaltungsbehörde, die Fahrerlaubnisse erteilt und entzieht, meist beim Landkreis oder der kreisfreien Stadt.
  • Sie ordnet die MPU nach §§ 11, 13, 13a und 14 FeV an und legt die Fragestellung fest.
  • Nach § 11 Abs. 6 FeV kannst du die Unterlagen einsehen, die sie an die Begutachtungsstelle schickt.
  • Legst du ein angeordnetes Gutachten nicht fristgerecht vor, darf sie auf deine Nichteignung schließen (§ 11 Abs. 8 FeV).
  • Über die Fahrerlaubnis entscheidet allein die Behörde, nicht die Begutachtungsstelle.

Fahrerlaubnisbehörde: Definition

Die Fahrerlaubnisbehörde ist die Stelle, die für alle Entscheidungen rund um deine Fahrerlaubnis zuständig ist. Je nach Bundesland und Ort heißt sie Führerscheinstelle, Straßenverkehrsamt, Bürgeramt oder Straßenverkehrsabteilung. Gemeint ist immer dieselbe Aufgabe.

Zuständig ist in der Regel die Behörde an deinem Wohnort. Das Gericht entscheidet im Strafverfahren über Strafe, Entziehung und Sperrfrist. Alles danach, also Neuerteilung und MPU, läuft bei der Fahrerlaubnisbehörde.

Zu ihren Aufgaben gehören unter anderem:

  • Erteilung und Neuerteilung von Fahrerlaubnissen,
  • Entziehung, etwa bei 8 Punkten oder bei Drogenkonsum,
  • Anordnung von ärztlichen Gutachten und MPUs,
  • Maßnahmen in der Probezeit, zum Beispiel die Anordnung eines Aufbauseminars,
  • Ermahnung und Verwarnung im Punktesystem.

Termine bei der Fahrerlaubnisbehörde

Viele Führerscheinstellen arbeiten nur noch mit Terminvergabe. Die Wartezeiten sind je nach Stadt sehr unterschiedlich. Prüfe früh auf der Website deiner Stadt oder deines Landkreises, ob du online einen Termin buchen musst, und plane die Wartezeit in deinen Zeitplan ein.

Rechtliche Grundlage

Die wichtigsten Vorschriften:

  • Straßenverkehrsgesetz (StVG): Grundlagen für Erteilung und Entziehung, Punktesystem (§ 4 StVG), Probezeit (§ 2a StVG).
  • Fahrerlaubnis-Verordnung (FeV): Die Eignungsprüfung steht in § 11 FeV, die Anlässe für Alkohol, Cannabis und Drogen in §§ 13, 13a und 14 FeV.
  • Anlage 4 FeV: Liste der Krankheiten und Mängel, die die Eignung ausschließen oder einschränken.

Die Behörde muss sich an die Begutachtungsleitlinien halten. Sie entscheidet aber selbst, das Gutachten ist für sie eine Entscheidungsgrundlage.

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Bedeutung für die MPU

Bei der MPU ist die Fahrerlaubnisbehörde an mehreren Stellen beteiligt:

  1. Anordnung: Sie schreibt dir, dass du ein Gutachten vorlegen sollst, nennt die Fragestellung und setzt meist eine Frist.
  2. Auswahl der Stelle: Du wählst eine amtlich anerkannte Begutachtungsstelle und teilst sie der Behörde mit.
  3. Aktenversand: Die Behörde schickt deine Akte an die Stelle. Du darfst diese Unterlagen vorher einsehen.
  4. Prüfung: Nach der MPU prüft sie das Gutachten und entscheidet.
  5. Kurs: Bei einer Kursempfehlung muss sie der Teilnahme vor Kursbeginn schriftlich zustimmen.

Das Gutachten wird in der Regel an dich geschickt. Du entscheidest, ob du es einreichst. Der ADAC rät, ein negatives Gutachten nicht einfach weiterzuleiten. Beachte aber: Wenn die Behörde eine Frist gesetzt hat und du kein Gutachten vorlegst, darf sie nach § 11 Abs. 8 FeV auf deine Nichteignung schließen.

Wie lange prüft die Führerscheinstelle das MPU-Gutachten?

Dafür gibt es keine gesetzliche Frist. Die Bearbeitungszeit hängt von der Behörde und ihrer Auslastung ab und kann von wenigen Tagen bis zu mehreren Wochen reichen. Frag nach, welche Unterlagen noch fehlen, zum Beispiel Sehtest, Passbild oder Erste-Hilfe-Nachweis.

Beispiele aus der Praxis

  • Alkoholfahrt mit 1,8 Promille: Das Gericht entzieht die Fahrerlaubnis und setzt eine Sperre. Du stellst rechtzeitig vor Ende der Sperre einen Antrag auf Neuerteilung. Die Behörde ordnet wegen § 13 FeV eine MPU an.
  • 8 Punkte: Die Behörde entzieht die Fahrerlaubnis selbst. Frühestens sechs Monate später kannst du sie neu bekommen, in der Regel mit MPU.
  • Kokain im Blut: Die Behörde entzieht die Fahrerlaubnis direkt, auch ohne Strafurteil. Für die Neuerteilung verlangt sie eine MPU mit Abstinenznachweisen.
  • Kursempfehlung: Du reichst das Gutachten ein, die Behörde stimmt dem Kurs zu, nach dem Kurs erteilt sie die Fahrerlaubnis.

Antrag auf Neuerteilung: Was du meist brauchst

Welche Unterlagen genau verlangt werden, legt deine Behörde fest. Häufig gehören dazu:

  • der ausgefüllte Antrag und ein gültiger Ausweis,
  • ein aktuelles biometrisches Passbild,
  • eine Sehtestbescheinigung,
  • ein Nachweis über eine Erste-Hilfe-Schulung,
  • bei Entziehung in der Probezeit die Bescheinigung über das Aufbauseminar.

Stelle den Antrag rechtzeitig vor dem Ende der Sperrfrist. Die MPU-Anordnung kommt oft erst nach dem Antrag, und bis zum Gutachten vergehen weitere Wochen. Wer erst am letzten Tag der Sperre beantragt, wartet unnötig lange.

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Verwandte Begriffe

  • Begutachtungsstelle für Fahreignung (BfF): Führt die MPU durch, zum Beispiel TÜV, DEKRA, AVUS oder pima-mpu.
  • Fahreignungsregister: Punktekonto beim Kraftfahrt-Bundesamt.
  • Sperrfrist: Vom Gericht festgelegte Zeit ohne neue Fahrerlaubnis.
  • Neuerteilung: Die erneute Erteilung nach Entziehung, mit Antrag und Gebühr.
  • Akteneinsicht: Dein Recht, die Unterlagen zu lesen.

Wenn deine Behörde eine MPU angeordnet hat, hilft dir der kostenlose MPU-Check einzuschätzen, wie viel Zeit du für die Vorbereitung brauchst.

Häufige Fragen

Wie lange prüft Führerscheinstelle MPU Gutachten?

Eine feste Frist gibt es nicht. Je nach Behörde dauert die Prüfung von wenigen Tagen bis zu mehreren Wochen. Reiche alle weiteren Unterlagen für die Neuerteilung möglichst gleichzeitig ein.

Wie lange dauert die MPU?

Der Untersuchungstag dauert meist drei bis vier Stunden. Das Gutachten folgt in der Regel einige Wochen später.

Was kostet die MPU insgesamt?

Die Begutachtungsstelle verlangt meist etwa 400 bis 800 Euro. Dazu kommen je nach Anlass Abstinenznachweise, Vorbereitung und die Gebühr der Behörde für die Neuerteilung.

Kann man die MPU beim ersten Mal bestehen?

Ja. 2025 waren laut BASt 58 Prozent der Gutachten positiv und 4,3 Prozent enthielten eine Kursempfehlung. Gute Vorbereitung erhöht die Chancen deutlich.

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Redaktion MPU-Weg

Geschrieben nach den Beurteilungskriterien in der 5. Auflage, den Begutachtungsleitlinien und der Fahrerlaubnis-Verordnung. Zahlen und Quellen stehen im Artikel. Zuletzt aktualisiert am 27.09.2026.