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Fahreignung: Einfach erklärt

Aktualisiert am 27.09.20265 Min. LesezeitRedaktion MPU-Weg, nach den Beurteilungskriterien 2026

Fahreignung ist der zentrale Begriff hinter jeder MPU. Wer nicht geeignet ist, darf kein Kraftfahrzeug führen, und die Behörde muss die Fahrerlaubnis entziehen. Umgekehrt gilt: Wer seine Fahreignung nachweist, bekommt den Führerschein zurück.

Hier liest du, wie das Gesetz Fahreignung definiert, wie sie überprüft wird, was das Fahreignungsregister in Flensburg damit zu tun hat und wann Punkte wieder gelöscht werden.

Das Wichtigste in Kürze
  • Geeignet ist nach § 2 Abs. 4 StVG, wer die körperlichen und geistigen Anforderungen erfüllt und nicht erheblich oder wiederholt gegen Verkehrsvorschriften oder Strafgesetze verstoßen hat.
  • Die Behörde klärt Zweifel mit ärztlichen Gutachten oder einer MPU.
  • Ab 8 Punkten im Fahreignungsregister gilt man als ungeeignet.
  • Eintragungen werden nach 2,5, 5 oder 10 Jahren getilgt, je nach Schwere.

Fahreignung: Definition

Das Straßenverkehrsgesetz beschreibt Fahreignung in § 2 Abs. 4 StVG. Geeignet ist, wer die notwendigen körperlichen und geistigen Anforderungen erfüllt und nicht erheblich oder nicht wiederholt gegen verkehrsrechtliche Vorschriften oder gegen Strafgesetze verstoßen hat.

Fahreignung hat also zwei Seiten:

  • Körperlich und geistig: Sehvermögen, Erkrankungen wie Epilepsie oder Herzleiden, Leistungsfähigkeit, Umgang mit Alkohol, Drogen und Medikamenten.
  • Charakterlich: ob jemand Regeln zuverlässig einhält.

Davon zu unterscheiden ist die Fahrtüchtigkeit. Sie beschreibt den Zustand in einem bestimmten Moment, zum Beispiel ob du nach drei Bier gerade fahren kannst. Fahreignung ist die dauerhafte Voraussetzung.

Rechtliche Grundlage

Die Details regelt die Fahrerlaubnis-Verordnung. Anlage 4 FeV listet häufige Erkrankungen und Mängel auf und sagt, ob und unter welchen Bedingungen Eignung besteht. Beispiele:

  • Alkoholmissbrauch: nicht geeignet. Nach Beendigung des Missbrauchs: geeignet, wenn die Änderung des Trinkverhaltens gefestigt ist.
  • Alkoholabhängigkeit: nicht geeignet. Danach: geeignet, wenn keine Abhängigkeit mehr besteht und in der Regel ein Jahr Abstinenz nachgewiesen ist.
  • Einnahme von Betäubungsmitteln (ohne Cannabis): nicht geeignet.

Zu Erkrankungen wie Epilepsie, Herz-Kreislauf-Leiden oder Hirngefäßerkrankungen enthalten die Begutachtungsleitlinien der BASt eigene Kapitel. Fachgesellschaften wie die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie veröffentlichen ergänzende Empfehlungen. Welche Regel für dich gilt, klärt im Zweifel der Arzt mit verkehrsmedizinischer Qualifikation.

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Bedeutung für die MPU

Hat die Behörde Zweifel an deiner Fahreignung, verlangt sie ein Gutachten. Das kann ein ärztliches Gutachten sein, etwa bei Verdacht auf Abhängigkeit oder bei einer Erkrankung, oder eine MPU. Die MPU ist also eine „Fahreignungsprüfung“ im engeren Sinn. Sie besteht aus medizinischer Untersuchung, Leistungstest und psychologischem Gespräch.

Oft gesucht wird der Begriff „Fahreignungstest“. Gemeint ist meist der Leistungstest in der MPU. Er misst Reaktion, Konzentration und Belastbarkeit am Computer und dauert etwa 20 bis 40 Minuten. Einen separaten Fahreignungstest ohne MPU gibt es vor allem bei neuropsychologischen Fragestellungen, zum Beispiel nach einem Schlaganfall. Dort wählen Ärzte und Neuropsychologen die Tests nach dem Krankheitsbild aus.

Beispiele aus der Praxis

Punkte

Das Fahreignungs-Bewertungssystem in § 4 StVG ist dreistufig:

PunktestandFolge
1 bis 3Vormerkung
4 bis 5schriftliche Ermahnung
6 bis 7Verwarnung
ab 8Entziehung der Fahrerlaubnis

Bei 1 bis 5 Punkten kannst du freiwillig ein Fahreignungsseminar besuchen und bekommst einen Punkt abgezogen, einmal in fünf Jahren.

Alkohol

Wer mit 1,6 Promille oder mehr gefahren ist, muss vor der Neuerteilung eine MPU machen. Hier hat das Verhalten Zweifel an der Fahreignung begründet.

Erkrankung

Nach einem epileptischen Anfall regeln die Begutachtungsleitlinien Wartezeiten, bevor wieder gefahren werden darf. Das ist keine Strafe, sondern eine Frage der körperlichen Eignung.

Drogen

Nach Anlage 4 FeV schließt schon die Einnahme harter Drogen wie Kokain oder Amphetamin die Fahreignung in der Regel aus, auch ohne Fahrt unter Einfluss. Die Fahrerlaubnisbehörde kann die Fahrerlaubnis dann entziehen. Für Cannabis gelten seit April 2024 eigene Regeln in § 13a FeV. Dort kommt es darauf an, ob Konsum und Fahren sicher getrennt werden.

Gruppe 1 und Gruppe 2

Die Anforderungen hängen auch von der Führerscheinklasse ab. Für Pkw und Motorrad (Gruppe 1) gelten mildere Grenzwerte als für Lkw, Bus und Fahrgastbeförderung (Gruppe 2). Im Leistungstest reicht bei Gruppe 1 der Prozentrang 16, bei Gruppe 2 muss in der Mehrzahl der Tests Prozentrang 33 erreicht werden.

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Verwandte Begriffe

  • Fahreignungsregister (FAER): das Register beim Kraftfahrt-Bundesamt in Flensburg, in dem Punkte eingetragen werden.
  • Tilgung: Nach § 29 StVG werden Eintragungen gelöscht. Ordnungswidrigkeiten mit 1 Punkt nach 2 Jahren und 6 Monaten, mit 2 Punkten nach 5 Jahren, Straftaten mit 3 Punkten nach 10 Jahren. Bei einer Entziehung durch das Gericht beginnt die Frist erst mit der Neuerteilung, spätestens aber fünf Jahre nach der Entscheidung.
  • Bedingte Eignung: Eignung mit Auflagen, etwa regelmäßige Kontrollen.
  • MPU: Medizinisch-Psychologische Untersuchung.
  • Begutachtungsleitlinien: Richtlinien der BASt, nach denen Gutachter die Eignung beurteilen.

Häufige Fragen

Was ist eine Fahreignungsprüfung?

So nennt man umgangssprachlich die Überprüfung der Fahreignung durch ein Gutachten. Bei verhaltensbedingten Zweifeln ist das meist eine MPU, bei Erkrankungen oft ein ärztliches Gutachten.

Wie viel kostet ein Fahreignungstest?

Der Leistungstest ist Teil der MPU und im Preis enthalten. Die MPU kostet laut ADAC etwa 400 bis 800 Euro. Ärztliche Gutachten werden nach Aufwand abgerechnet.

Wie lange dauert ein Fahreignungstest?

Der Leistungstest in der MPU dauert etwa 20 bis 40 Minuten. Das Testset FEV im Wiener Testsystem ist mit rund 39 Minuten angegeben. Der gesamte MPU-Tag dauert drei bis vier Stunden.

Wann werden Ordnungswidrigkeiten im Fahreignungsregister getilgt?

Ordnungswidrigkeiten mit einem Punkt nach 2 Jahren und 6 Monaten, besonders schwere mit zwei Punkten nach 5 Jahren. Danach folgt eine Überliegefrist von einem Jahr, in der die Eintragung noch gespeichert, aber nicht mehr verwertet wird.

Wie lange bleiben Punkte im Fahreignungsregister?

Je nach Schwere 2,5, 5 oder 10 Jahre. Straftaten mit Entziehung der Fahrerlaubnis können deutlich länger gespeichert bleiben, weil die Frist erst später beginnt.

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Redaktion MPU-Weg

Geschrieben nach den Beurteilungskriterien in der 5. Auflage, den Begutachtungsleitlinien und der Fahrerlaubnis-Verordnung. Zahlen und Quellen stehen im Artikel. Zuletzt aktualisiert am 27.09.2026.