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Führerschein zurück ohne MPU: Das musst du jetzt wissen

Aktualisiert am 27.09.20265 Min. LesezeitRedaktion MPU-Weg, nach den Beurteilungskriterien 2026

Führerschein zurück ohne MPU: Das wünschen sich viele. Im Netz kursieren dazu Versprechen über ein „neues Gesetz“, EU-Führerscheine oder sogar gekaufte Dokumente. Die meisten davon halten einer Prüfung nicht stand, manche sind strafbar.

Hier erfährst du, in welchen Fällen du deinen Führerschein tatsächlich ohne MPU zurückbekommst, was es mit dem EU-Führerschein auf sich hat und warum sich das Umgehen der MPU meist nicht lohnt.

Das Wichtigste in Kürze
  • Ein Gesetz, das die MPU abschafft, gibt es nicht. Die Anlässe stehen weiterhin in §§ 11, 13, 13a und 14 FeV.
  • Nach einem Fahrverbot bekommst du den Führerschein ohne MPU und ohne Antrag zurück.
  • Erstmals unter 1,1 Promille gibt es laut BASt in der Regel keine MPU.
  • Ein EU-Führerschein ist in Deutschland ungültig, wenn du beim Erwerb hier gewohnt hast oder eine Sperre lief (§ 28 FeV).
  • Nach Tilgung im Fahreignungsregister darf die Tat nicht mehr gegen dich verwendet werden.

Führerschein zurück ohne MPU: Das Wichtigste in Kürze

Ob du eine MPU brauchst, entscheidet die Fahrerlaubnisbehörde anhand der Rechtslage und deiner Akte. Es gibt legale Wege ohne MPU, aber nur in bestimmten Fällen:

  • Du hattest nur ein Fahrverbot, keine Entziehung.
  • Die Alkoholfahrt war die erste und lag unter 1,1 Promille, oder zwischen 1,1 und 1,59 Promille ohne weitere Hinweise auf Missbrauch.
  • Die Tat ist im Fahreignungsregister getilgt.
  • Das Gericht hat bei einer Straftat auf die Entziehung verzichtet.

In allen anderen Fällen kommst du um die MPU in der Regel nicht herum.

Rechtliche Grundlagen

„Neues Gesetz“: Häufig gesucht wird „Führerschein zurück ohne MPU neues Gesetz 2025“. Ein solches Gesetz gibt es nicht. Geändert hat sich mit dem Cannabisgesetz vom April 2024 die Regel für Cannabis: Seitdem gilt § 13a FeV. Eine einzelne Fahrt über dem THC-Grenzwert von 3,5 ng/ml ist zunächst eine Ordnungswidrigkeit. Die MPU folgt vor allem bei wiederholten Verstößen oder Anzeichen für Missbrauch. Bei Alkohol hat sich an der 1,6-Promille-Grenze nichts geändert.

EU-Führerschein: Nach § 28 Abs. 4 FeV darfst du mit einem EU-Führerschein in Deutschland nicht fahren, wenn du beim Erwerb deinen Wohnsitz in Deutschland hattest, wenn dir die Fahrerlaubnis hier entzogen wurde oder wenn eine Sperre lief. Das Recht, ihn im Inland zu nutzen, bekommst du nur auf Antrag, wenn die Gründe für die Entziehung nicht mehr bestehen (§ 28 Abs. 5 FeV). Praktisch heißt das oft wieder: MPU.

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Was das für deinen Führerschein bedeutet

Bei einer Neuerteilung ohne MPU gelten trotzdem die Regeln des § 20 FeV. Du stellst einen Antrag, frühestens sechs Monate vor Ablauf der Sperre. Die Behörde kann eine Fahrprüfung anordnen, wenn sie Zweifel an deinen Kenntnissen hat. Bei einer Probezeit brauchst du zusätzlich die Bescheinigung über das Aufbauseminar.

Auch ohne MPU-Pflicht kann die Behörde bei neuen Hinweisen ein ärztliches Gutachten verlangen, etwa bei auffälligen Leberwerten oder Hinweisen auf Drogenkonsum.

Wann eine MPU dazukommt

  • Alkohol ab 1,6 Promille, wiederholte Alkoholfahrten oder Anzeichen für Missbrauch (§ 13 FeV)
  • wiederholte Cannabisverstöße oder Anzeichen für Cannabismissbrauch (§ 13a FeV)
  • Konsum anderer Drogen, der zum Entzug geführt hat (§ 14 FeV)
  • Entzug wegen 8 Punkten (§ 4 StVG)
  • erhebliche oder verkehrsbezogene Straftaten, wiederholte Entziehung (§ 11 FeV)

Die Behörde darf eine Tat so lange verwerten, wie sie im Fahreignungsregister steht. Bei Straftaten mit Entziehung sind das 10 Jahre ab Neuerteilung, spätestens 15 Jahre nach der Entscheidung, plus ein Jahr Überliegefrist. Auf die Tilgung zu warten, ist für die meisten keine realistische Option.

Auch Cannabisfälle aus der Zeit vor April 2024 werden heute nach der aktuellen Rechtslage beurteilt, wenn du die Neuerteilung beantragst. Das kann zu einer anderen Einschätzung führen als damals. Ob in deinem Fall eine MPU nötig ist, entscheidet aber weiterhin die Behörde im Einzelfall. Eine automatische Rückgabe ohne Prüfung gibt es nicht.

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Die nächsten Schritte

  1. Prüfe, ob es ein Fahrverbot oder eine Entziehung war. Das steht im Bescheid oder Urteil.
  2. Frag bei deiner Fahrerlaubnisbehörde, ob eine MPU zu erwarten ist, oder beantrage Akteneinsicht.
  3. Prüfe den Promillewert und ob es eine Wiederholung war.
  4. Wenn eine MPU wahrscheinlich ist, plane sie früh. Jeder Monat Vorbereitung zählt.
  5. Lass dich nicht auf Angebote zu gekauften oder ausländischen Führerscheinen ein.

So bereitest du dich vor

Wenn die MPU nicht zu umgehen ist, ist der schnellste Weg eine gute Vorbereitung. 58 % aller Gutachten waren 2025 positiv, vorbereitete Kandidaten schneiden in Studien deutlich besser ab. Ob in deinem Fall eine MPU droht, klärt der MPU-Check in wenigen Minuten.

Häufige Fragen

Kann man die MPU umgehen?

Legal nur, wenn die Voraussetzungen für eine MPU gar nicht vorliegen oder die Tat getilgt ist. Der Weg über einen EU-Führerschein scheitert meist an § 28 FeV. Gekaufte Führerscheine sind strafbar.

Wann bekommt man den Führerschein ohne MPU zurück?

Nach einem Fahrverbot immer. Nach einer Entziehung, wenn kein MPU-Anlass vorliegt, etwa bei einer ersten Alkoholfahrt unter 1,1 Promille. Dann stellst du einen Antrag auf Neuerteilung.

Wie lange ist der Führerschein ohne MPU weg?

So lange wie die Sperrfrist, die das Gericht festgelegt hat, also 6 Monate bis 5 Jahre. Dazu kommt die Bearbeitungszeit der Neuerteilung.

Wie lange dauert die MPU?

Der Termin selbst dauert meist zwei bis vier Stunden. Die Vorbereitung je nach Anlass einige Wochen bis über ein Jahr.

Gibt es 2025 oder 2026 ein neues Gesetz ohne MPU?

Nein. Die Anlässe für eine MPU stehen weiterhin in der Fahrerlaubnis-Verordnung. Neu seit 2024 ist nur die eigene Regel für Cannabis in § 13a FeV.

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Redaktion MPU-Weg

Geschrieben nach den Beurteilungskriterien in der 5. Auflage, den Begutachtungsleitlinien und der Fahrerlaubnis-Verordnung. Zahlen und Quellen stehen im Artikel. Zuletzt aktualisiert am 27.09.2026.