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MPU durchgefallen: Das musst du jetzt wissen

Aktualisiert am 27.09.20265 Min. LesezeitRedaktion MPU-Weg, nach den Beurteilungskriterien 2026

MPU durchgefallen: Das fühlt sich an wie ein Rückschlag, und das ist es auch. Du bist damit aber nicht allein. 2025 waren laut BASt 38 Prozent aller Gutachten negativ. Die gute Nachricht: Du kannst die MPU wiederholen, so oft du willst, und das negative Gutachten zeigt dir meist genau, woran es lag.

Hier erfährst du, was ein negatives Gutachten rechtlich bedeutet, was du mit ihm tun solltest und wie du den zweiten Versuch besser vorbereitest.

Das Wichtigste in Kürze
  • 2025 waren laut BASt 38 Prozent der MPU-Gutachten negativ, bei wiederholten Alkoholfahrten 47 Prozent.
  • Das Gutachten geht zuerst an dich, du entscheidest, ob du es einreichst.
  • Eine gesetzliche Grenze für Wiederholungen gibt es nicht.
  • Nach BASt-Richtlinie soll ein negatives Gutachten Empfehlungen zur Verbesserung enthalten.

MPU durchgefallen: Das Wichtigste in Kürze

  • Ein negatives Gutachten heißt: Die Zweifel an deiner Fahreignung sind nicht ausgeräumt. Es ist kein endgültiges Urteil.
  • Du musst ein negatives Gutachten nicht bei der Behörde einreichen. Das hat aber Folgen, dazu unten mehr.
  • Du kannst jederzeit eine neue MPU machen. Eine Wartezeit schreibt das Gesetz nicht vor, sinnvoll ist sie trotzdem, wenn Veränderung oder Nachweise fehlten.
  • Lies das Gutachten genau. Es ist die beste Fehleranalyse, die du bekommen kannst.

Rechtliche Grundlagen

Die Behörde ordnet die MPU nach der Fahrerlaubnis-Verordnung an, etwa nach § 13 FeV bei Alkohol oder § 11 FeV bei Punkten und Straftaten. Das Gutachten ist eine Grundlage für ihre Entscheidung, kein eigener Bescheid.

§ 11 Abs. 8 FeV sagt: Wenn du das geforderte Gutachten nicht fristgerecht beibringst, darf die Behörde auf deine Nichteignung schließen. Reichst du ein negatives Gutachten nicht ein, wird dein Antrag auf Neuerteilung also in aller Regel abgelehnt. Das ist oft trotzdem besser, als ein negatives Gutachten in die Akte zu geben. Der ADAC rät ausdrücklich, ein negatives Gutachten nicht weiterzuleiten. Manche ziehen ihren Antrag in dieser Lage zurück. Welche Variante in deinem Fall klüger ist, klärst du am besten mit der Behörde oder einem Anwalt für Verkehrsrecht.

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Was das für deinen Führerschein bedeutet

Du bekommst deinen Führerschein vorerst nicht zurück. Für den nächsten Versuch brauchst du einen neuen Antrag, die Behörde ordnet erneut eine MPU an, und du zahlst die Begutachtung noch einmal, laut ADAC je nach Anlass 400 bis 800 Euro.

Ein Sonderfall ist das Ergebnis „nachschulungsfähig“. Das ist kein Durchfallen. Mit einem Kurs nach § 70 FeV kannst du die Fahrerlaubnis ohne neue MPU zurückbekommen, wenn die Behörde dem Kurs vorher schriftlich zugestimmt hat.

Wann eine MPU dazukommt

Nach einem negativen Gutachten bleibt die MPU-Pflicht bestehen. Die Gründe, die zur Anordnung geführt haben, etwa 1,6 Promille oder 8 Punkte, sind ja nicht verschwunden. Neue Auffälligkeiten in der Zwischenzeit verschärfen die Lage. Wer zum Beispiel zum zweiten Mal alkoholisiert fährt, landet in der Gruppe „Alkohol wiederholt“ mit laut BASt 47 Prozent negativen Gutachten im Jahr 2025.

Warum die MPU nicht bestanden wurde

Eine offizielle Statistik zu den Gründen gibt es nicht. Nach übereinstimmender Einschätzung von Praktikern sind diese Punkte am häufigsten:

  1. Ursachen des eigenen Verhaltens nicht nachvollziehbar erklärt
  2. Trinkmengen, die nicht zur gemessenen Promillezahl passen
  3. fehlendes Problembewusstsein
  4. Veränderung nur äußerlich oder zu kurz
  5. fehlende, zu kurze oder formal ungültige Abstinenznachweise
  6. kein konkreter Plan für Risikosituationen
  7. auswendig gelernte Antworten

Medizinische Befunde oder der Leistungstest sind selten allein ausschlaggebend.

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Die nächsten Schritte

  1. Gutachten vollständig lesen. Achte auf die Bewertung am Ende. Dort steht, welche Kriterien nicht erfüllt waren. Nach der BASt-Richtlinie sollen negative Gutachten möglichst konkrete Empfehlungen enthalten, etwa Beratung oder längere Nachweise.
  2. Gründe sortieren. Fehlte etwas Objektives, zum Beispiel ein ausreichend langer Abstinenznachweis? Oder lag es am Gespräch?
  3. Abstinenznachweis prüfen. Läuft dein Programm weiter, halte es ohne Lücke aufrecht. Die letzte Probe sollte bei der nächsten MPU höchstens vier Monate alt sein.
  4. Bei Fehlern im Gutachten: Beschwerde beim Träger. Ein Obergutachten ist möglich, setzt aber die Zustimmung der Behörde voraus und du trägst die Kosten.
  5. Neuen Termin erst planen, wenn die Lücken geschlossen sind.

So bereitest du dich vor

Beim zweiten Versuch ist das Ziel nicht, bessere Formulierungen zu finden. Das Ziel ist, die im Gutachten benannten Lücken wirklich zu schließen. Hilfreich ist:

  • eine Vorbereitung mit verkehrspsychologischer Begleitung. In einer Auswertung von 840 DEKRA-Alkoholgutachten schnitten Kandidaten nach psychologisch geleiteter Vorbereitung am besten ab.
  • ehrliche Trinkmengenangaben, die du selbst mit der Widmark-Formel nachvollziehen kannst,
  • ein schriftlicher Plan für deine persönlichen Risikosituationen,
  • Akteneinsicht, damit deine Angaben zur Aktenlage passen.

Mit dem kostenlosen MPU-Check kannst du einschätzen, wo du nach dem ersten Versuch stehst und was noch fehlt.

Häufige Fragen

Kann man die MPU wiederholen?

Ja. Du stellst einen neuen Antrag auf Neuerteilung, die Behörde ordnet erneut eine MPU an. Eine gesetzliche Wartezeit gibt es nicht, sinnvoll ist ein neuer Termin aber erst, wenn die Lücken aus dem ersten Gutachten geschlossen sind.

Wie oft kann man bei der MPU durchfallen?

Eine Obergrenze gibt es nicht. Jeder Versuch kostet aber erneut die MPU-Gebühr und Zeit. Belastbare Zahlen zur Erfolgsquote im zweiten Versuch veröffentlicht die BASt nicht.

Was passiert, wenn man bei der MPU durchgefallen ist?

Du bekommst ein negatives Gutachten und die Fahrerlaubnis vorerst nicht zurück. Reichst du es nicht ein, darf die Behörde auf Nichteignung schließen und lehnt den Antrag meist ab.

Warum wird die MPU nicht bestanden?

Am häufigsten scheitert es nach Einschätzung von Praktikern am psychologischen Gespräch, etwa an fehlender Aufarbeitung oder unrealistischen Trinkmengen. Danach folgen fehlende oder ungültige Abstinenznachweise.

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Redaktion MPU-Weg

Geschrieben nach den Beurteilungskriterien in der 5. Auflage, den Begutachtungsleitlinien und der Fahrerlaubnis-Verordnung. Zahlen und Quellen stehen im Artikel. Zuletzt aktualisiert am 27.09.2026.