Führerscheinentzug Alkohol: Das musst du jetzt wissen
Ab wieviel Promille ist der Führerschein weg? Die Antwort ist nicht eine Zahl, sondern zwei. Unterhalb von 1,1 Promille droht meist ein Fahrverbot. Ab 1,1 Promille, oder schon früher mit Ausfallerscheinungen, folgt der Führerscheinentzug wegen Alkohol.
Hier erfährst du den Unterschied zwischen Fahrverbot und Entzug, wie lange der Führerschein weg ist, was in der Probezeit gilt und wann du für die Rückkehr eine MPU brauchst.
- 0,5 bis 1,09 Promille ohne Ausfallerscheinungen: 500 €, 2 Punkte, 1 Monat Fahrverbot (Ersttäter).
- Ab 1,1 Promille mit Kraftfahrzeug: Straftat, 3 Punkte, in der Regel Entzug der Fahrerlaubnis.
- Die Sperrfrist nach Entzug beträgt 6 Monate bis 5 Jahre.
- In der Probezeit und unter 21 gilt 0,0 Promille (§ 24c StVG).
- Ab 1,6 Promille ist für die Neuerteilung eine MPU Pflicht.
Führerscheinentzug Alkohol: Das Wichtigste in Kürze
Viele verwechseln Fahrverbot und Entzug. Der Unterschied ist groß:
| Fahrverbot | Entzug der Fahrerlaubnis | |
|---|---|---|
| Folge | Führerschein wird für eine Zeit abgegeben | Fahrerlaubnis erlischt |
| Rückgabe | automatisch nach Ablauf | nur per Antrag auf Neuerteilung |
| Typischer Anlass | 0,5 bis 1,09 Promille ohne Ausfälle | ab 1,1 Promille oder Ausfälle ab 0,3 |
| MPU | nein | möglich, ab 1,6 Promille Pflicht |
Wer „Führerschein weg wegen Alkohol“ sucht, meint meist den Entzug. Dann beginnt ein Verwaltungsweg, der oft ein Jahr oder länger dauert.
Rechtliche Grundlagen
Ordnungswidrigkeit nach § 24a StVG: Ab 0,5 Promille oder 0,25 mg/l Atemalkohol. Laut Bußgeldkatalog gilt:
- erstes Mal: 500 €, 2 Punkte, 1 Monat Fahrverbot
- zweites Mal: 1.000 €, 2 Punkte, 3 Monate Fahrverbot
- drittes Mal: 1.500 €, 2 Punkte, 3 Monate Fahrverbot
Straftat nach § 316 StGB: Ab 1,1 Promille bist du mit einem Kraftfahrzeug absolut fahruntüchtig. Ab 0,3 Promille reicht es für eine Straftat, wenn Fahrfehler oder Ausfallerscheinungen dazukommen. Verursachst du einen Unfall mit Gefährdung anderer, greift § 315c StGB.
Entzug nach § 69 StGB: Bei einer Trunkenheitsfahrt gilt der Täter in der Regel als ungeeignet. Das Gericht entzieht die Fahrerlaubnis und setzt eine Sperre nach § 69a StGB fest.
Probezeit und unter 21: § 24c StVG verbietet jeden Alkohol am Steuer. Der Verstoß kostet 250 € und einen Punkt, dazu kommen ein besonderes Aufbauseminar und die Verlängerung der Probezeit auf vier Jahre.
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MPU-Check startenWas das für deinen Führerschein bedeutet
Wie lange der Führerschein bei Alkohol weg ist, hängt vom Weg ab:
- Fahrverbot: ein bis drei Monate, danach bekommst du ihn zurück.
- Entzug: Die Sperre beträgt 6 Monate bis 5 Jahre. Bei Ersttätern ohne Unfall liegt sie häufig im Bereich von etwa 9 bis 12 Monaten, das ist aber keine feste Regel.
- Wiederholung: Wer in den letzten drei Jahren schon eine Sperre hatte, bekommt mindestens ein Jahr.
- Mit Unfall: Die Sperre fällt meist länger aus, dazu kommen zivilrechtliche Folgen und Regress der Versicherung.
Die Zeit, in der der Führerschein vorläufig sichergestellt war, wird angerechnet. Nach Ende der Sperre fährst du aber nicht automatisch wieder. Du brauchst eine Neuerteilung, und die dauert, wenn eine MPU nötig ist.
Wann eine MPU dazukommt
§ 13 FeV regelt, wann die Behörde bei Alkohol eine MPU anordnet:
- ab 1,6 Promille oder 0,8 mg/l Atemalkohol, auch mit dem Fahrrad
- bei wiederholten Zuwiderhandlungen unter Alkoholeinfluss, also auch zweimal 0,5 Promille
- wenn Tatsachen auf Alkoholmissbrauch hindeuten
- wenn die Fahrerlaubnis aus diesen Gründen entzogen war
Zwischen 1,1 und 1,59 Promille beim ersten Mal ist eine MPU möglich, aber nicht automatisch. Laut BASt kommt es auf weitere Anhaltspunkte an. Unter 1,1 Promille beim ersten Mal gibt es in der Regel keine MPU. Wer zweimal den Führerschein wegen Alkohol verliert, muss praktisch immer mit einer MPU rechnen.

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Die nächsten Schritte
- Prüfe Strafbefehl oder Urteil: Sperrfrist, Tagessätze und Punkte.
- Lass dich bei Unklarheiten von einem Anwalt für Verkehrsrecht beraten, die Einspruchsfrist beim Strafbefehl beträgt zwei Wochen.
- Kläre, ob eine MPU zu erwarten ist. Bei 1,6 Promille oder Wiederholung ist die Antwort ja.
- Starte früh mit Abstinenznachweisen, falls du sie brauchst. Sie können schon während der Sperre laufen.
- Stelle den Antrag auf Neuerteilung frühestens sechs Monate vor Ende der Sperre.
So bereitest du dich vor
Die Sperrfrist wirkt wie verlorene Zeit. Sie ist aber die beste Phase, um die MPU vorzubereiten. Gutachter erwarten, dass du erklären kannst, wie es zu der Fahrt kam und was du seitdem an deinem Umgang mit Alkohol geändert hast. Je früher du anfängst, desto länger ist der Zeitraum, den du belegen kannst.
Ob du eine MPU brauchst und welche Nachweise zu dir passen, zeigt dir der MPU-Check. Im Artikel zur MPU wegen Alkohol findest du die Details zu Hypothesen und Gesprächsinhalten.
Häufige Fragen
Wie lange ist der Führerschein bei Alkohol weg?
Bei einem Fahrverbot ein bis drei Monate. Nach einem Entzug legt das Gericht eine Sperre von 6 Monaten bis 5 Jahren fest. Danach musst du die Fahrerlaubnis neu beantragen, oft mit MPU.
Wie viel Promille und der Führerschein ist weg?
Ein Fahrverbot droht ab 0,5 Promille. Der Entzug folgt ab 1,1 Promille oder schon ab 0,3 Promille, wenn Ausfallerscheinungen vorliegen. In der Probezeit gilt 0,0 Promille.
Wann ist der Führerschein wegen Alkohol weg?
Dauerhaft weg, also entzogen, ist er nach einer Straftat wie § 316 oder § 315c StGB. Bei einer Ordnungswidrigkeit bekommst du nur ein Fahrverbot.
Wie lange ist der Führerschein bei Alkohol und Unfall weg?
Mit Unfall liegt meist eine Gefährdung des Straßenverkehrs nach § 315c StGB vor. Die Sperre fällt dann in der Regel länger aus als ohne Unfall. Die genaue Dauer legt das Gericht im Einzelfall fest.
Wie lange ist der Führerschein bei Alkohol am Steuer weg?
Das hängt vom Promillewert und von Vorbelastungen ab. Ersttäter mit 0,5 bis 1,09 Promille ohne Ausfälle bekommen ein Monat Fahrverbot. Ab 1,1 Promille folgen Entzug und Sperre.
Wie oft kann man den Führerschein wegen Alkohol verlieren?
Eine feste Obergrenze gibt es nicht. Mit jeder Wiederholung steigen aber Sperrfrist, Strafe und Anforderungen an die MPU. Bei wiederholten Alkoholfahrten ist die MPU Pflicht, bei Straftaten ist sogar eine lebenslange Sperre möglich.
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