0,3 Promille: Was jetzt auf dich zukommt
0,3 Promille klingen harmlos. Für die meisten Autofahrer gibt es bei 0,3 Promille auch kein Bußgeld, solange sie unauffällig fahren. Die 0,3 Promille Grenze ist aber die Schwelle, ab der eine Straftat möglich wird. Dafür reichen alkoholtypische Fahrfehler oder ein Unfall.
Hier erfährst du, was bei 0,3 Promille rechtlich gilt, welche Folgen ein Unfall mit 0,3 Promille hat, was für Fahranfänger und unter 21 gilt und wie viel Alkohol 0,3 Promille ungefähr sind.
Promillerechner
Schätze deinen Blutalkohol nach der Widmark-Formel. Das Ergebnis ist eine grobe Schätzung, kein Beweis für Fahrtüchtigkeit.
Die Rechnung nutzt übliche Richtwerte (Verteilungsfaktor 0,7 für Männer und 0,6 für Frauen, Resorptionsdefizit 10 bis 30 %, Abbau 0,1 bis 0,2 ‰ pro Stunde). Tatsächliche Werte schwanken stark. Fahr nach Alkohol nicht, auch wenn der Rechner einen niedrigen Wert zeigt.
- Ohne Auffälligkeiten sind 0,3 Promille im Auto weder Ordnungswidrigkeit noch Straftat.
- Mit Ausfallerscheinungen oder Unfall gilt ab 0,3 Promille relative Fahruntüchtigkeit, eine Straftat nach § 316 oder § 315c StGB.
- Dann drohen Geld- oder Freiheitsstrafe, 3 Punkte und die Entziehung der Fahrerlaubnis.
- In der Probezeit und unter 21 gilt 0,0 Promille: 250 Euro und 1 Punkt.
- Auch ein unverschuldeter Unfall kann Folgen bei der Versicherung haben.
0,3 Promille: Was rechtlich gilt
Bei Alkohol am Steuer gibt es feste und bewegliche Grenzen. Fest sind die 0,5 Promille des § 24a StVG und die 1,1 Promille der absoluten Fahruntüchtigkeit. Beweglich ist die relative Fahruntüchtigkeit ab 0,3 Promille.
- 0,3 Promille ohne Auffälligkeiten: keine Sanktion für erfahrene Fahrer ab 21.
- 0,3 Promille mit Ausfallerscheinungen: Straftat nach § 316 StGB. Ausfallerscheinungen sind zum Beispiel Schlangenlinien, zu spätes Bremsen, ein Rotlichtverstoß durch Unaufmerksamkeit oder deutliche Unsicherheit bei der Kontrolle.
- 0,3 Promille mit Unfall: Straftat, oft nach § 315c StGB, wenn Menschen oder fremde Sachen von bedeutendem Wert gefährdet wurden.
Ob ein Fehler alkoholbedingt war, beurteilt das Gericht im Einzelfall. Die Schwelle 0,3 Promille ist keine gesetzliche Zahl, sondern stammt aus der Rechtsprechung.
Ab wann bei 0,3 Promille eine MPU droht
Bei einer ersten Tat mit 0,3 Promille ordnet die Behörde in der Regel keine MPU an, auch nicht nach einer Straftat. Die BASt-Broschüre nennt für eine erste Fahrt unter 1,1 Promille: in der Regel keine MPU.
Eine MPU kann aber folgen, wenn
- du wiederholt unter Alkohol aufgefallen bist (§ 13 Nr. 2 b FeV),
- dir die Fahrerlaubnis wegen einer Alkoholtat entzogen wurde und weitere Hinweise auf Missbrauch vorliegen,
- andere Tatsachen die Annahme von Alkoholmissbrauch begründen.
Die Suche „nach MPU 0,3 Promille“ zielt oft auf eine andere Frage: Was gilt, wenn man nach einer bestandenen MPU wieder Alkohol trinkt? Das hängt von deinem Gutachten ab. Wer nach einer Abstinenz-Einordnung zum Führerschein kam, hat sich dort zum dauerhaften Verzicht bekannt. Jeder neue Alkoholverstoß, auch ein kleiner, kann erneut Eignungszweifel auslösen.
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MPU-Check startenStrafe, Punkte und Fahrverbot bei 0,3 Promille
| Situation | Folge |
|---|---|
| 0,3 Promille, unauffällig, über 21, nicht in Probezeit | keine Sanktion |
| 0,3 Promille, Probezeit oder unter 21 | 250 €, 1 Punkt, in der Probezeit besonderes Aufbauseminar und Verlängerung auf 4 Jahre |
| 0,3 Promille mit Ausfallerscheinungen | Straftat: Geld- oder Freiheitsstrafe bis 1 Jahr, 3 Punkte, in der Regel Entziehung mit Sperre |
| 0,3 Promille mit Unfall und Gefährdung | Straftat nach § 315c StGB: bis 5 Jahre, 3 Punkte, Entziehung |
Die Sperre nach einer Entziehung dauert nach § 69a StGB mindestens sechs Monate.
Unfall mit 0,3 Promille: Versicherung
Neben Strafe und Führerschein spielt die Versicherung eine Rolle. Bei einem Unfall unter Alkohol kann die Kfz-Haftpflicht den Fahrer in Regress nehmen, und die Kaskoversicherung kann die Leistung kürzen. Die Details stehen in deinem Vertrag. Auch bei einem unverschuldeten Unfall mit 0,3 Promille wird geprüft, ob der Alkohol mitursächlich war. Lass dich in diesem Fall rechtlich beraten.
0,3 Promille auf dem Fahrrad und E-Scooter
Die Schwelle der relativen Fahruntüchtigkeit von 0,3 Promille gilt für alle Fahrzeuge. Auf dem Fahrrad gibt es keine 0,5-Promille-Grenze, aber mit Ausfallerscheinungen ist es auch dort ab 0,3 Promille eine Straftat. Absolut fahruntüchtig bist du auf dem Rad ab 1,6 Promille.
Der E-Scooter ist ein Kraftfahrzeug. Für ihn gelten die Grenzen wie im Auto. Fahranfänger und Fahrer unter 21 dürfen auch auf dem E-Scooter gar keinen Alkohol im Blut haben.

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Wie viel Alkohol sind 0,3 Promille?
Die Widmark-Formel liefert eine grobe Schätzung. Die Werte gelten mit 20 Prozent Resorptionsabschlag und ohne Abbau während des Trinkens.
| Person | Alkohol für ca. 0,3 Promille | Entspricht etwa |
|---|---|---|
| Mann, 80 kg | ca. 21 g | 1 Bier à 0,5 l (5 %) |
| Frau, 65 kg | ca. 15 g | knapp ein kleines Bier à 0,33 l (5 %) |
Schon ein Glas kann also reichen. Auf 0,3 Promille reagieren Menschen unterschiedlich. Erste Einbußen bei Aufmerksamkeit und Reaktion sind möglich. Das ist der Grund, warum die Rechtsprechung ab diesem Wert Fahrfehler dem Alkohol zurechnen kann.
Führerschein zurück: Die Schritte nach der Fahrt
- Vorwurf prüfen: Bußgeld nach § 24c oder Strafverfahren?
- Bei Unfall oder Strafverfahren: rechtlich beraten lassen, auch wegen der Versicherung.
- In der Probezeit: Aufbauseminar innerhalb der Frist machen, sonst droht die Entziehung.
- Nach einer Entziehung: Neuerteilung vor Ende der Sperre beantragen und klären, ob die Behörde ein Gutachten verlangt.
- Bei MPU-Anordnung: früh mit Vorbereitung und gegebenenfalls Nachweisen beginnen.
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Häufige Fragen
Ab wie viel Promille droht eine MPU?
Zwingend ab 1,6 Promille. Außerdem bei wiederholten Alkoholverstößen, auch mit niedrigen Werten, und wenn Tatsachen auf Alkoholmissbrauch hindeuten. Eine einzelne Tat mit 0,3 Promille führt in der Regel nicht zur MPU.
Wie lange ist der Führerschein bei 0,3 Promille weg?
Ohne Auffälligkeiten gar nicht. Mit Ausfallerscheinungen oder Unfall wird die Fahrerlaubnis in der Regel entzogen, die Sperre dauert mindestens sechs Monate. Fahranfänger bekommen bei 0,3 Promille kein Fahrverbot, aber Bußgeld, Punkt und Aufbauseminar.
Welche Strafe gibt es bei 0,3 Promille?
Für erfahrene Fahrer ohne Auffälligkeiten keine. In der Probezeit oder unter 21 sind es 250 Euro und 1 Punkt. Mit Fahrfehlern oder Unfall ist es eine Straftat mit Geld- oder Freiheitsstrafe.
Wie viel Bier sind 0,3 Promille?
Grob gerechnet etwa ein halber Liter Bier bei einem 80 kg schweren Mann und weniger bei einer 65 kg schweren Frau. Der Wert hängt stark von Körper, Essen und Zeit ab. Das Beispiel ist keine Freigabe zum Fahren.
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Programm ansehen§ 316 StGB: Trunkenheit im Verkehr
§ 69a StGB: Sperre für die Erteilung einer Fahrerlaubnis
§ 24a StVG: 0,5-Promille-Grenze und THC-Grenzwert
§ 24c StVG: Alkohol- und Cannabisverbot für Fahranfänger
Bußgeldkatalog-Verordnung, Anlage (Nr. 241 bis 243b)
§ 13 FeV: Klärung von Eignungszweifeln bei Alkoholproblematik
§ 2a StVG: Fahrerlaubnis auf Probe
BASt: Informationen zur MPU (Broschüre)
ADAC: Promillegrenze auf dem Fahrrad
ARCD: Promillegrenzen für E-Scooter