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1,3 Promille: Was jetzt auf dich zukommt

Aktualisiert am 27.09.20267 Min. LesezeitRedaktion MPU-Weg, nach den Beurteilungskriterien 2026

Eine Blutprobe mit 1,3 Promille bringt dich sicher ins Strafverfahren. Hier liest du, welche Strafe dich als Ersttäter erwartet, wie lange der Führerschein weg ist, ob eine MPU droht und wie viel Alkohol 1,3 Promille sind.

Am Steuer eines Autos ist das keine Ordnungswidrigkeit mehr, sondern eine Straftat, und dein Führerschein ist erst einmal weg. Die gute Nachricht: Der Weg zurück ist klar geregelt, und du kannst ihn ab heute planen.

Promillerechner

Schätze deinen Blutalkohol nach der Widmark-Formel. Das Ergebnis ist eine grobe Schätzung, kein Beweis für Fahrtüchtigkeit.

Bier 0,5 l5 %, 20 g0
Wein 0,2 l12 %, 19 g0
Sekt 0,1 l11 %, 9 g0
Schnaps 2 cl40 %, 6 g0
Longdrink4 cl Spirituose, 13 g0

Die Rechnung nutzt übliche Richtwerte (Verteilungsfaktor 0,7 für Männer und 0,6 für Frauen, Resorptionsdefizit 10 bis 30 %, Abbau 0,1 bis 0,2 ‰ pro Stunde). Tatsächliche Werte schwanken stark. Fahr nach Alkohol nicht, auch wenn der Rechner einen niedrigen Wert zeigt.

Das Wichtigste in Kürze
  • 1,3 Promille am Steuer sind eine Straftat nach § 316 StGB.
  • Folgen: Geldstrafe, 3 Punkte, Entziehung der Fahrerlaubnis mit 6 Monaten bis 5 Jahren Sperrfrist.
  • Eine MPU ist bei einer ersten Fahrt möglich, bei wiederholter Alkoholauffälligkeit Pflicht.
  • 1,3 Promille entsprechen grob 0,65 mg/l Atemalkohol.

1,3 Promille: Was rechtlich gilt

Ab 1,1 Promille gilt am Steuer eines Kraftfahrzeugs die sogenannte absolute Fahruntüchtigkeit. Das heißt: Du bist rechtlich fahruntüchtig, egal wie nüchtern du dich fühlst und ob du Fahrfehler gemacht hast. Die Fahrt ist keine Ordnungswidrigkeit mehr, sondern eine Straftat nach § 316 StGB, Trunkenheit im Verkehr. Mit 1,3 Promille hast du diese Grenze erreicht oder überschritten.

Zur Einordnung die Grenzen im Überblick:

BlutalkoholFolge beim Autofahren
0,0 ‰Pflicht in der Probezeit und unter 21 Jahren (§ 24c StVG)
ab 0,3 ‰Straftat möglich, wenn Ausfallerscheinungen oder Fahrfehler dazukommen (relative Fahruntüchtigkeit)
0,5 bis 1,09 ‰Ordnungswidrigkeit nach § 24a StVG: beim ersten Mal 500 Euro, 2 Punkte, 1 Monat Fahrverbot
ab 1,1 ‰Straftat nach § 316 StGB, in der Regel Entziehung der Fahrerlaubnis
ab 1,6 ‰zusätzlich MPU vor der Neuerteilung (§ 13 FeV)

Wurde nur ein Atemalkoholtest gemacht? Grob entspricht 1 Promille etwa 0,5 mg/l Atemalkohol, 1,3 Promille also rund 0,65 mg/l. Diese Umrechnung ist nur eine Faustregel. Für das Strafverfahren ordnet die Polizei in der Regel eine Blutprobe an, und maßgeblich ist der Blutwert.

Mit 1,3 Promille liegst du deutlich über der Grenze zur Straftat, aber noch unter der Grenze, ab der eine MPU immer vorgeschrieben ist. Rechtlich ist die Lage damit dieselbe wie bei 1,1 oder 1,5 Promille. Unterschiede ergeben sich aus deiner Vorgeschichte und den Umständen der Fahrt.

Ab wann bei 1,3 Promille eine MPU droht

Bei einer ersten Fahrt mit 1,3 Promille ist die MPU nicht automatisch vorgeschrieben. Zwingend wird sie nach § 13 FeV erst ab 1,6 Promille oder bei wiederholten Fahrten unter Alkoholeinfluss. Laut BASt „kann“ die Behörde zwischen 1,1 und unter 1,6 Promille eine MPU anordnen, wenn weitere Anhaltspunkte für ein Alkoholproblem hinzukommen.

Typische zusätzliche Anhaltspunkte:

  • frühere Auffälligkeiten mit Alkohol, auch schon länger her, solange sie noch im Register stehen,
  • fehlende Ausfallerscheinungen trotz hohem Wert, was auf Gewöhnung hindeutet,
  • Fahrt am Morgen mit Restalkohol,
  • weitere Hinweise in der Akte, etwa auf regelmäßigen hohen Konsum.

Die Suche „1,3 Promille MPU“ hat also keine pauschale Antwort. Bist du zum ersten Mal auffällig und gibt es keine weiteren Hinweise, bleibt es häufig bei Strafe und Sperrfrist. Warst du schon einmal mit Alkohol auffällig, ist die MPU Pflicht.

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Strafe, Punkte und Fahrverbot bei 1,3 Promille

Bei einer Trunkenheitsfahrt nach § 316 StGB drohen:

  • Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr. Bei Ersttätern ohne Unfall ist eine Geldstrafe üblich. Sie wird in Tagessätzen verhängt, deren Höhe sich nach deinem Nettoeinkommen richtet.
  • 3 Punkte im Fahreignungsregister in Flensburg.
  • Entziehung der Fahrerlaubnis nach § 69 StGB. Das ist mehr als ein Fahrverbot: Der Führerschein ist weg, und du musst ihn neu beantragen.
  • Sperrfrist nach § 69a StGB von sechs Monaten bis fünf Jahren. Vorher darf die Behörde keine neue Fahrerlaubnis erteilen. Die genaue Dauer legt das Gericht im Einzelfall fest.

Hast du dabei andere gefährdet oder einen Unfall verursacht, kommt § 315c StGB in Betracht, mit deutlich höherem Strafrahmen. Meist stellt die Polizei den Führerschein schon bei der Kontrolle sicher, und das Gericht entzieht die Fahrerlaubnis vorläufig nach § 111a StPO. Diese Zeit kann bei der Bemessung der Sperrfrist berücksichtigt werden.

Wie lange ist der Führerschein bei 1,3 Promille weg? Das bestimmt das Gericht mit der Sperrfrist. Maßgeblich sind die Umstände der Fahrt und deine Vorgeschichte. Eine feste Zahl für 1,3 Promille gibt es nicht, auch wenn Tabellen im Netz das suggerieren.

1,3 Promille auf dem Fahrrad und E-Scooter

Fahrrad: Für Radfahrer gilt die absolute Fahruntüchtigkeit erst ab 1,6 Promille. Mit 1,3 Promille auf dem Rad ist die Fahrt deshalb nur strafbar, wenn Ausfallerscheinungen oder Fahrfehler dazukommen, etwa Schlangenlinien oder ein Sturz. Eine 0,5-Promille-Grenze wie beim Auto gibt es für Radfahrer nicht. Eine MPU ist unter 1,6 Promille in der Regel kein Thema, außer es gibt weitere Hinweise auf ein Alkoholproblem.

E-Scooter: E-Scooter sind Kraftfahrzeuge. Für sie gelten dieselben Grenzen wie beim Auto: 0,5 Promille als Ordnungswidrigkeit, ab 1,1 Promille Straftat. Mit 1,3 Promille auf dem E-Scooter drohen also dieselben Folgen wie im Auto, einschließlich Entziehung deiner Fahrerlaubnis.

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Wie viel Alkohol sind 1,3 Promille?

Wie viel man für 1,3 Promille trinken muss, lässt sich mit der Widmark-Formel grob schätzen: Alkohol in Gramm geteilt durch Körpergewicht mal Verteilungsfaktor. Der Faktor liegt bei Männern um 0,7, bei Frauen um 0,6. Ein halber Liter Bier mit 5 Prozent enthält rund 20 Gramm Alkohol.

PersonAlkohol rechnerischentspricht etwa Bier (0,5 l, 5 %)
Mann, 80 kg73 g3,6
Mann, 95 kg86 g4,3
Frau, 65 kg51 g2,5
Frau, 55 kg43 g2,1

Die Tabelle rechnet ohne Abbau und ohne Resorptionsdefizit. In der Realität baut der Körper pro Stunde etwa 0,1 bis 0,2 Promille ab, und ein Teil des Alkohols gelangt nicht ins Blut. Wer über mehrere Stunden getrunken hat, hatte also meist deutlich mehr als in der Tabelle. Nutze die Rechnung nie, um zu entscheiden, ob du fahren kannst.

Für die MPU ist diese Rechnung trotzdem wichtig. Gutachter prüfen, ob deine Angaben zur Trinkmenge zu der gemessenen Promillezahl passen. Wer deutlich weniger angibt, als rechnerisch nötig war, wirkt unglaubwürdig. Nach Einschätzung von Praktikern gehört das zu den häufigsten Gründen für ein negatives Gutachten.

Führerschein zurück: Die Schritte nach der Fahrt

  1. Strafverfahren abwarten, aber nicht untätig: Meist kommt ein Strafbefehl. Ob du Einspruch einlegst, besprichst du am besten mit einem Anwalt für Verkehrsrecht.
  2. Akte anfordern: Notiere dir BAK, Uhrzeit und Umstände genau. Im Gespräch müssen deine Angaben zur Akte passen.
  3. Antrag auf Neuerteilung rechtzeitig stellen: Du kannst ihn schon vor Ende der Sperrfrist bei der Führerscheinstelle einreichen. Frag dort, wie viel Vorlauf sie empfiehlt.
  4. Früh mit der Vorbereitung beginnen: Nach dem BASt-Bericht M 226 waren Kandidaten, die innerhalb von zwei Monaten nach dem Entzug informiert und später geschult waren, zu 81 Prozent im ersten Anlauf positiv.
  5. Abstinenz klären: Ob du Abstinenznachweise brauchst, hängt von deiner Einordnung ab. Wenn ja, zählt jeder Monat, denn verlorene Zeit lässt sich nicht nachholen.

Kommt keine MPU, kannst du nach der Sperrfrist die Neuerteilung beantragen. Nutze die Zeit trotzdem, um dein Trinkverhalten zu prüfen. Eine zweite Fahrt unter Alkohol würde die MPU zwingend machen, und dann zählt auch diese erste Fahrt mit.

Häufige Fragen

Ab wie viel Promille droht eine MPU?

Zwingend ab 1,6 Promille oder bei wiederholten Alkoholfahrten. Bei 1,3 Promille kann eine MPU angeordnet werden, wenn weitere Anhaltspunkte für ein Alkoholproblem vorliegen.

Wie lange ist der Führerschein bei 1,3 Promille weg?

Das Gericht entzieht die Fahrerlaubnis und setzt eine Sperrfrist von sechs Monaten bis fünf Jahren. Danach beantragst du die Neuerteilung.

Welche Strafe gibt es bei 1,3 Promille?

Trunkenheit im Verkehr nach § 316 StGB. Ersttäter bekommen in der Regel eine Geldstrafe in Tagessätzen, 3 Punkte und die Entziehung der Fahrerlaubnis mit Sperrfrist.

Wie viel Bier sind 1,3 Promille?

Rechnerisch etwa dreieinhalb Bier à 0,5 Liter bei einem 80 kg schweren Mann und zweieinhalb bei einer 65 kg schweren Frau, ohne Abbau. Über mehrere Stunden getrunken war es meist mehr.

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Redaktion MPU-Weg

Geschrieben nach den Beurteilungskriterien in der 5. Auflage, den Begutachtungsleitlinien und der Fahrerlaubnis-Verordnung. Zahlen und Quellen stehen im Artikel. Zuletzt aktualisiert am 27.09.2026.