Ab wie viel Promille MPU? Was jetzt auf dich zukommt
Die Frage „Ab wie viel Promille MPU?“ hat eine klare Antwort: Ab 1,6 Promille ordnet die Behörde die MPU zwingend an. Aber auch darunter kann eine MPU drohen, etwa bei wiederholten Fahrten. Dieser Artikel erklärt alle Promillegrenzen für die MPU und was bei 1,6 Promille konkret auf dich zukommt.
Am Steuer eines Autos ist das keine Ordnungswidrigkeit mehr, sondern eine Straftat, und dein Führerschein ist erst einmal weg. Die gute Nachricht: Der Weg zurück ist klar geregelt, und du kannst ihn ab heute planen.
Promillerechner
Schätze deinen Blutalkohol nach der Widmark-Formel. Das Ergebnis ist eine grobe Schätzung, kein Beweis für Fahrtüchtigkeit.
Die Rechnung nutzt übliche Richtwerte (Verteilungsfaktor 0,7 für Männer und 0,6 für Frauen, Resorptionsdefizit 10 bis 30 %, Abbau 0,1 bis 0,2 ‰ pro Stunde). Tatsächliche Werte schwanken stark. Fahr nach Alkohol nicht, auch wenn der Rechner einen niedrigen Wert zeigt.
- Ab 1,6 Promille oder 0,8 mg/l Atemalkohol ist die MPU nach § 13 FeV zwingend.
- Bei wiederholten Alkoholfahrten ist die MPU auch unter 1,6 Promille Pflicht.
- Zwischen 1,1 und 1,6 Promille kann eine MPU bei weiteren Anhaltspunkten angeordnet werden.
- Die 1,6-Promille-Regel gilt auch für Radfahrer.
Ab wie viel Promille MPU? Was rechtlich gilt
Ab 1,1 Promille gilt am Steuer eines Kraftfahrzeugs die sogenannte absolute Fahruntüchtigkeit. Das heißt: Du bist rechtlich fahruntüchtig, egal wie nüchtern du dich fühlst und ob du Fahrfehler gemacht hast. Die Fahrt ist keine Ordnungswidrigkeit mehr, sondern eine Straftat nach § 316 StGB, Trunkenheit im Verkehr. Mit 1,6 Promille hast du diese Grenze erreicht oder überschritten.
Zur Einordnung die Grenzen im Überblick:
| Blutalkohol | Folge beim Autofahren |
|---|---|
| 0,0 ‰ | Pflicht in der Probezeit und unter 21 Jahren (§ 24c StVG) |
| ab 0,3 ‰ | Straftat möglich, wenn Ausfallerscheinungen oder Fahrfehler dazukommen (relative Fahruntüchtigkeit) |
| 0,5 bis 1,09 ‰ | Ordnungswidrigkeit nach § 24a StVG: beim ersten Mal 500 Euro, 2 Punkte, 1 Monat Fahrverbot |
| ab 1,1 ‰ | Straftat nach § 316 StGB, in der Regel Entziehung der Fahrerlaubnis |
| ab 1,6 ‰ | zusätzlich MPU vor der Neuerteilung (§ 13 FeV) |
Wurde nur ein Atemalkoholtest gemacht? Grob entspricht 1 Promille etwa 0,5 mg/l Atemalkohol, 1,6 Promille also rund 0,80 mg/l. Diese Umrechnung ist nur eine Faustregel. Für das Strafverfahren ordnet die Polizei in der Regel eine Blutprobe an, und maßgeblich ist der Blutwert.
Die MPU-Grenzen im Überblick
- Unter 1,1 Promille, erstmals: in der Regel keine MPU.
- 1,1 bis unter 1,6 Promille, erstmals: MPU möglich, wenn weitere Anhaltspunkte für ein Alkoholproblem vorliegen.
- Ab 1,6 Promille oder 0,8 mg/l Atemalkohol: MPU zwingend nach § 13 Satz 1 Nr. 2 c FeV.
- Wiederholte Alkoholfahrten: MPU zwingend, unabhängig von der Promillezahl, wenn es Zuwiderhandlungen unter Alkoholeinfluss waren.
Verstöße nur gegen das Alkoholverbot für Fahranfänger nach § 24c StVG zählen bei der Wiederholung nicht mit.
Ab wann bei 1,6 Promille eine MPU droht
Ab 1,6 Promille gibt es keinen Ermessensspielraum. Die Behörde „ordnet an“, so steht es in § 13 FeV. Das gilt auch, wenn die Fahrt mit dem Fahrrad war, denn das Gesetz spricht von Fahrzeugen.
Die Grenze hat einen fachlichen Hintergrund. Wer mit 1,6 Promille noch ein Fahrzeug bewegen kann, hat meist eine ausgeprägte Alkoholgewöhnung. Die 5. Auflage der Beurteilungskriterien nennt „ausgeprägte Toleranz bei BAK ab 1,6 ‰“ als Indikator bei der Alkoholgefährdung (A3).
Heißt das, dass du ab 1,6 Promille zwingend abstinent leben musst? Nicht automatisch. Ob Abstinenz nötig ist oder ein kontrollierter Umgang reicht, hängt von deiner gesamten Vorgeschichte ab. Als Hinweis auf eine beeinträchtigte Konsumkontrolle (A2) hat die BK 5 den Promillewert auf 2,5 beziehungsweise 2,0 Promille heraufgesetzt. Ist A2 die Einordnung, sind in der Regel 12 Monate Abstinenz zu belegen, frühestens nach 6 Monaten.
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MPU-Check startenStrafe, Punkte und Fahrverbot bei 1,6 Promille
Bei einer Trunkenheitsfahrt nach § 316 StGB drohen:
- Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr. Bei Ersttätern ohne Unfall ist eine Geldstrafe üblich. Sie wird in Tagessätzen verhängt, deren Höhe sich nach deinem Nettoeinkommen richtet.
- 3 Punkte im Fahreignungsregister in Flensburg.
- Entziehung der Fahrerlaubnis nach § 69 StGB. Das ist mehr als ein Fahrverbot: Der Führerschein ist weg, und du musst ihn neu beantragen.
- Sperrfrist nach § 69a StGB von sechs Monaten bis fünf Jahren. Vorher darf die Behörde keine neue Fahrerlaubnis erteilen. Die genaue Dauer legt das Gericht im Einzelfall fest.
Hast du dabei andere gefährdet oder einen Unfall verursacht, kommt § 315c StGB in Betracht, mit deutlich höherem Strafrahmen. Meist stellt die Polizei den Führerschein schon bei der Kontrolle sicher, und das Gericht entzieht die Fahrerlaubnis vorläufig nach § 111a StPO. Diese Zeit kann bei der Bemessung der Sperrfrist berücksichtigt werden.
Die MPU ersetzt die Sperrfrist nicht, sie kommt dazu. Erst wenn die Sperrfrist abgelaufen ist und ein positives Gutachten vorliegt, kann die Behörde die Fahrerlaubnis neu erteilen.
1,6 Promille auf dem Fahrrad und E-Scooter
Fahrrad: Für Radfahrer liegt die Grenze der absoluten Fahruntüchtigkeit nach der Rechtsprechung bei 1,6 Promille. Mit 1,6 Promille auf dem Rad begehst du also eine Straftat, dazu kommen 3 Punkte. Weil § 13 FeV von „Fahrzeug“ spricht und nicht nur von Kraftfahrzeugen, ordnet die Behörde auch nach einer Radfahrt mit 1,6 Promille oder mehr eine MPU an. Wer sie nicht beibringt, riskiert die Entziehung seiner Fahrerlaubnis für das Auto, und die Behörde kann sogar das Radfahren untersagen.
E-Scooter: E-Scooter sind Kraftfahrzeuge. Für sie gelten dieselben Grenzen wie beim Auto: 0,5 Promille als Ordnungswidrigkeit, ab 1,1 Promille Straftat. Mit 1,6 Promille auf dem E-Scooter drohen also dieselben Folgen wie im Auto, einschließlich Entziehung deiner Fahrerlaubnis.

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Wie viel Alkohol sind 1,6 Promille?
Wie viel man für 1,6 Promille trinken muss, lässt sich mit der Widmark-Formel grob schätzen: Alkohol in Gramm geteilt durch Körpergewicht mal Verteilungsfaktor. Der Faktor liegt bei Männern um 0,7, bei Frauen um 0,6. Ein halber Liter Bier mit 5 Prozent enthält rund 20 Gramm Alkohol.
| Person | Alkohol rechnerisch | entspricht etwa Bier (0,5 l, 5 %) |
|---|---|---|
| Mann, 80 kg | 90 g | 4,5 |
| Mann, 95 kg | 106 g | 5,3 |
| Frau, 65 kg | 62 g | 3,1 |
| Frau, 55 kg | 53 g | 2,6 |
Die Tabelle rechnet ohne Abbau und ohne Resorptionsdefizit. In der Realität baut der Körper pro Stunde etwa 0,1 bis 0,2 Promille ab, und ein Teil des Alkohols gelangt nicht ins Blut. Wer über mehrere Stunden getrunken hat, hatte also meist deutlich mehr als in der Tabelle. Nutze die Rechnung nie, um zu entscheiden, ob du fahren kannst.
Für die MPU ist diese Rechnung trotzdem wichtig. Gutachter prüfen, ob deine Angaben zur Trinkmenge zu der gemessenen Promillezahl passen. Wer deutlich weniger angibt, als rechnerisch nötig war, wirkt unglaubwürdig. Nach Einschätzung von Praktikern gehört das zu den häufigsten Gründen für ein negatives Gutachten.
Führerschein zurück: Die Schritte nach der Fahrt
- Strafverfahren abwarten, aber nicht untätig: Meist kommt ein Strafbefehl. Ob du Einspruch einlegst, besprichst du am besten mit einem Anwalt für Verkehrsrecht.
- Akte anfordern: Notiere dir BAK, Uhrzeit und Umstände genau. Im Gespräch müssen deine Angaben zur Akte passen.
- Antrag auf Neuerteilung rechtzeitig stellen: Du kannst ihn schon vor Ende der Sperrfrist bei der Führerscheinstelle einreichen. Frag dort, wie viel Vorlauf sie empfiehlt.
- Früh mit der Vorbereitung beginnen: Nach dem BASt-Bericht M 226 waren Kandidaten, die innerhalb von zwei Monaten nach dem Entzug informiert und später geschult waren, zu 81 Prozent im ersten Anlauf positiv.
- Abstinenz klären: Ob du Abstinenznachweise brauchst, hängt von deiner Einordnung ab. Wenn ja, zählt jeder Monat, denn verlorene Zeit lässt sich nicht nachholen.
Bei 1,6 Promille bestimmt oft die Abstinenzfrage die Dauer. Wer spät startet, verliert Monate. Kläre deshalb früh, welche Einordnung für dich wahrscheinlich ist.
Häufige Fragen
Wie viel Promille für eine MPU?
Zwingend ab 1,6 Promille im Blut oder 0,8 mg/l Atemalkohol. Bei wiederholten Alkoholfahrten ist die MPU unabhängig von der Promillezahl Pflicht.
Ab wie viel Promille droht eine MPU?
Bei einer ersten Fahrt ab 1,1 Promille kann sie drohen, wenn weitere Hinweise auf ein Alkoholproblem vorliegen. Ab 1,6 Promille ist sie immer vorgeschrieben.
Wie lange ist der Führerschein bei 1,6 Promille weg?
Das Gericht setzt eine Sperrfrist von sechs Monaten bis fünf Jahren. Danach brauchst du zusätzlich ein positives MPU-Gutachten, der gesamte Weg dauert deshalb häufig länger als die Sperrfrist.
Welche Strafe gibt es bei 1,6 Promille?
Es ist eine Straftat nach § 316 StGB mit Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr, 3 Punkten und Entziehung der Fahrerlaubnis. Dazu kommt die MPU vor der Neuerteilung.
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Programm ansehen§ 316 StGB (Trunkenheit im Verkehr)
§ 69 StGB (Entziehung der Fahrerlaubnis)
§ 69a StGB (Sperre für die Erteilung einer Fahrerlaubnis)
§ 24a StVG (0,5-Promille-Grenze, THC-Grenzwert)
§ 13 FeV (Klärung von Eignungszweifeln bei Alkohol)
BASt: Informationen zur MPU (Broschüre, 14. Auflage)
ADAC: Promillegrenze und Strafen beim Autofahren
bussgeldkatalog.org: Promillegrenze in Deutschland
BASt-Bericht M 226: Rehabilitationsverlauf verkehrsauffälliger Kraftfahrer
DGVP: Übersicht über die Änderungen der BK 5
§ 24c StVG (Alkohol- und Cannabisverbot für Fahranfänger)