Führerschein weg wegen Cannabis: Das musst du jetzt wissen
Seit dem Cannabisgesetz vom April 2024 gelten für Cannabis im Straßenverkehr eigene Regeln. Führerschein weg wegen Cannabis heißt heute nicht mehr automatisch, dass schon Besitz oder gelegentlicher Konsum reicht. Entscheidend sind der THC-Grenzwert von 3,5 ng/ml, wiederholte Fahrten und dein Konsummuster.
Hier erfährst du, welche Regeln gelten, wann der Führerschein weg ist, wann eine MPU kommt, was für Cannabispatienten gilt und wie du dich auf eine Cannabis-MPU nach den neuen Beurteilungskriterien vorbereitest.
- Ab 3,5 ng/ml THC im Blutserum ist Autofahren eine Ordnungswidrigkeit: 500 Euro, 2 Punkte, 1 Monat Fahrverbot beim ersten Mal.
- Mit Alkohol zusammen sind es 1.000 Euro, in der Probezeit und unter 21 gilt ein komplettes Cannabisverbot am Steuer.
- Eine MPU nach § 13a FeV kommt vor allem bei wiederholten Verstößen unter Cannabiseinfluss oder bei Hinweisen auf Missbrauch.
- Seit der BK 5 kann je nach Einordnung auch ein risikoarmer Konsum das Ziel sein, Belege über 3 bis 4 Monate sind seit Juni 2026 Pflicht.
- Verstöße gegen das Cannabisgesetz, etwa beim Besitz, gelten laut BASt nicht als Hinweis auf riskanten Konsum.
Führerschein weg wegen Cannabis: Das Wichtigste in Kürze
- Einmal über 3,5 ng/ml: Ordnungswidrigkeit mit Fahrverbot, in der Regel keine MPU.
- Wiederholt über 3,5 ng/ml: MPU nach § 13a FeV.
- Mit Ausfallerscheinungen oder Unfall: Straftat nach § 316 StGB, Entziehung der Fahrerlaubnis.
- Hinweise auf Missbrauch oder Abhängigkeit: ärztliches Gutachten oder MPU.
- Nur Besitz oder Anbau: nach BASt-Infoblatt kein Indiz für riskanten Konsum.
Rechtliche Grundlagen
§ 24a Abs. 1a StVG: Ordnungswidrig handelt, wer ein Kraftfahrzeug mit 3,5 ng/ml oder mehr THC im Blutserum führt. Laut Bußgeldkatalog kostet das beim ersten Mal 500 Euro, 1 Monat Fahrverbot und 2 Punkte. Mit Voreintragungen sind es 1.000 oder 1.500 Euro und 3 Monate.
§ 24a Abs. 2a StVG: Wer mit 3,5 ng/ml THC fährt und dazu Alkohol getrunken hat, zahlt 1.000 Euro.
§ 24c StVG: In der Probezeit und unter 21 gilt ein Cannabisverbot am Steuer. Das kostet 250 Euro.
§ 13a FeV: Die Behörde ordnet eine MPU an, wenn Tatsachen auf Cannabismissbrauch hindeuten, wenn wiederholt Verstöße unter Cannabiseinfluss begangen wurden, wenn die Fahrerlaubnis deshalb entzogen war oder wenn zu klären ist, ob Missbrauch oder Abhängigkeit nicht mehr besteht.
Anlage 4 Nr. 9.2 FeV: Missbrauch liegt vor, wenn Fahren und Konsum mit verkehrsrelevanter Wirkung nicht sicher getrennt werden. Nach Ende des Missbrauchs bist du wieder geeignet, wenn die Änderung des Konsums gefestigt ist.
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MPU-Check startenWas das für deinen Führerschein bedeutet
Beim ersten Verstoß über 3,5 ng/ml ohne Auffälligkeiten ist der Führerschein nur für die Dauer des Fahrverbots weg. Du bekommst ihn danach zurück.
Ein Führerscheinentzug wegen Cannabis droht, wenn
- eine Straftat vorliegt, etwa wegen Fahrfehlern unter Wirkung oder eines Unfalls,
- die Behörde eine MPU anordnet und du kein positives Gutachten vorlegst,
- Tatsachen auf Abhängigkeit hindeuten.
Führerschein zurück als Cannabispatient
Wer Cannabis ärztlich verordnet bekommt und bestimmungsgemäß einnimmt, fällt nach § 24a Abs. 4 StVG nicht unter den Grenzwert. Du darfst aber nur fahren, wenn du nicht beeinträchtigt bist. Die Beurteilungskriterien prüfen bei Dauermedikation, ob du die Wirkungen kennst und die Einnahme zuverlässig einhältst. Bei einer Einordnung in D1 oder D2 ist Medizinalcannabis nach BK 5 ausgeschlossen. Wer zwischen Rezept und Freizeitkonsum mischt, hat schlechte Karten. Bring Rezept und ärztliche Bescheinigung zur MPU mit.
Wann eine MPU dazukommt
Typisch ist die zweite Fahrt über 3,5 ng/ml. Mit der 5. Auflage der Beurteilungskriterien und den neuen Begutachtungsleitlinien, gültig seit 19.08.2026, hat sich die Bewertung geändert:
- Die Unterscheidung zwischen einmaligem, gelegentlichem und regelmäßigem Konsum wurde aufgegeben. Maßgeblich ist das Konsummuster.
- D 2.4 N: Bei problematischem, hochfrequentem Konsum ist Abstinenz nötig.
- D 3.5 N: Bei anderen Einordnungen kann ein risikoarmer, moderater Konsum das Ziel sein.
- D 3.6 N: Die Veränderung muss mindestens 6 Monate bestehen. Toxikologische Belege über 3 bis 4 Monate vor der MPU sind seit 01.06.2026 Pflicht.
- Ein THC-COOH-Wert ab 150 ng/ml im Serum spricht für nahezu täglichen Konsum, ist aber allein kein Entscheidungskriterium.
2025 waren bei MPUs wegen Drogen, Cannabis und Medikamenten laut BASt 58 Prozent der Gutachten positiv.

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Die nächsten Schritte
- Bescheid prüfen: Ordnungswidrigkeit, Straftat oder MPU-Anordnung?
- Konsum ehrlich einordnen: Wie oft, wie viel, welche Form? Mit Alkohol?
- Ziel festlegen: Abstinenz oder risikoarmer Konsum. Das hängt von deiner Einordnung ab, nicht von deinem Wunsch.
- Belege starten: Urin oder Haar nach CTU-Kriterien, möglichst sofort.
- Trennung planen: Wartezeiten, Mobilität ohne Auto, Umgang mit Edibles.
So bereitest du dich vor
Bei einer Cannabis-MPU fragt der Gutachter nach Konsummuster, Motiven und Trennverhalten. Die BK 5 prüft auch, ob du weißt, dass THC im Einzelfall schon unter 3,5 ng/ml wirken kann, und welche Wartezeiten du nach einzelnen Einheiten, nach größeren Mengen und nach Edibles einhältst. Ein Satz aus den Kriterien fasst es zusammen: Die Vermeidung von Cannabisfahrten ist wichtiger als die jederzeitige Möglichkeit des Konsums.
- Schreib deine Konsumgeschichte mit Zahlen auf.
- Überleg, wie du heute ohne Auto mobil bist, wenn du konsumierst.
- Kläre, ob Mischkonsum mit Alkohol bei dir ein Thema war.
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Häufige Fragen
Wann MPU wegen THC?
Vor allem bei wiederholten Fahrten unter Cannabiseinfluss oder wenn Tatsachen auf Missbrauch oder Abhängigkeit hindeuten. Eine einzelne Fahrt über 3,5 ng/ml führt in der Regel noch nicht zur MPU. Nach einer Entziehung wegen Cannabis ist sie Voraussetzung für die Neuerteilung.
Wie lange dauert eine MPU wegen Cannabis?
Der Termin selbst dauert etwa drei bis vier Stunden, bei Drogen immer mit einem Drogentest im Labor. Die Vorbereitung dauert mindestens etwa 6 Monate, weil die Veränderung so lange bestehen muss. Bei Abstinenzpflicht nach D2 sind es 15 Monate.
Wie lange Abstinenz Cannabis MPU?
Das hängt von der Einordnung ab. Bei D3 muss die Veränderung mindestens 6 Monate bestehen, mit Belegen über die letzten 3 bis 4 Monate. Bei D2, etwa nach hochfrequentem Konsum, sind 15 Monate Abstinenzbelege nötig.
Wie viel kostet eine MPU wegen Cannabis?
Die Gebühr liegt je nach Träger meist bei etwa 550 bis 750 Euro. Dazu kommen Urin- oder Haarbelege, Vorbereitung und die Neuerteilung. Frag die Stelle nach dem Preis für deine Fragestellung.
Wie viel kostet MPU wegen Cannabiskonsum?
Neben der MPU-Gebühr kosten Belege je nach Umfang einige hundert Euro. Ein Urinprogramm über 6 Monate liegt grob bei 200 bis 450 Euro. Insgesamt solltest du mit mindestens etwa 1.000 Euro rechnen.
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Programm ansehen§ 24a StVG: 0,5-Promille-Grenze und THC-Grenzwert
Bußgeldkatalog-Verordnung, Anlage (Nr. 241 bis 243b)
§ 24c StVG: Alkohol- und Cannabisverbot für Fahranfänger
§ 13a FeV: Klärung von Eignungszweifeln bei Cannabisproblematik
Anlage 4 FeV: Eignung und bedingte Eignung
BASt: Infoblatt Cannabis
DGVP: Übersicht über die Änderungen der BK 5
DGVP/DGVM: FAQ zur BK 5 (09/2026)
BASt: Begutachtungsleitlinien zur Kraftfahreignung
BASt: Begutachtung der Fahreignung 2025