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MPU wegen Cannabis: So bereitest du dich richtig vor

Aktualisiert am 27.09.20267 Min. LesezeitRedaktion MPU-Weg, nach den Beurteilungskriterien 2026

Seit der Teillegalisierung im April 2024 gelten für Cannabis im Straßenverkehr eigene Regeln. Eine MPU wegen Cannabis gibt es aber weiterhin, vor allem nach wiederholten Fahrten unter THC oder bei Hinweisen auf problematischen Konsum.

Neu ist seit 2026 die 5. Auflage der Beurteilungskriterien. Sie beschreibt genauer, wann Abstinenz nötig ist und wann ein moderater, risikoarmer Konsum reichen kann. Hier erfährst du, was die Gutachter bei einer MPU Cannabis prüfen, welche Nachweise du brauchst und wie du dich vorbereitest.

Das Wichtigste in Kürze
  • 3,5 ng/ml THC im Blutserum ist der Grenzwert für die Ordnungswidrigkeit (§ 24a Abs. 1a StVG), kein automatischer MPU-Auslöser.
  • Die MPU wegen Cannabis regelt § 13a FeV, etwa nach wiederholten Zuwiderhandlungen unter Cannabiseinfluss.
  • Nach den Beurteilungskriterien (5. Auflage) kann statt Abstinenz auch ein moderater, risikoarmer Konsum das Ziel sein, wenn keine fortgeschrittene Problematik vorliegt.
  • Die Veränderung muss mindestens 6 Monate bestehen, toxikologische Belege sollen die 3 bis 4 Monate vor der MPU abdecken.
  • Bei fortgeschrittener Problematik (D2) verlangen die Kriterien Abstinenz, belegt über 15 Monate.

MPU wegen Cannabis: Wann die Behörde sie anordnet

Grundlage ist § 13a FeV. Die Führerscheinstelle ordnet eine MPU an, wenn:

  • Tatsachen die Annahme von Cannabismissbrauch begründen, also Fahren und Konsum nicht sicher getrennt werden,
  • wiederholt Zuwiderhandlungen im Straßenverkehr unter Cannabiseinfluss begangen wurden,
  • die Fahrerlaubnis aus einem dieser Gründe entzogen war oder
  • zu klären ist, ob Missbrauch oder Abhängigkeit nicht mehr besteht.

Bei Hinweisen auf Abhängigkeit ordnet die Behörde zunächst ein ärztliches Gutachten an.

Ist 3,5 ng/ml THC ein MPU-Grund?

Nicht für sich allein. 3,5 ng/ml THC im Blutserum ist der Grenzwert des § 24a StVG, das Gegenstück zu 0,5 Promille. Eine erste Fahrt darüber ist eine Ordnungswidrigkeit mit 500 Euro, einem Monat Fahrverbot und 2 Punkten. Eine eigene Grenze wie die 1,6 Promille bei Alkohol gibt es bei Cannabis nicht. Anders sieht es aus bei einer zweiten Fahrt, bei Mischkonsum mit Alkohol oder wenn die Akte weitere Hinweise auf riskanten Konsum enthält.

Probezeit und unter 21

Für Fahranfänger in der Probezeit und für Menschen unter 21 gilt ein absolutes Cannabisverbot am Steuer (§ 24c StVG). Ausgenommen sind ärztlich verschriebene Cannabis-Arzneimittel.

Was die Gutachter prüfen

Die Gutachter arbeiten mit den Beurteilungskriterien. Cannabis läuft dort unter den Drogen-Hypothesen. Seit der 5. Auflage (2026) wird nicht mehr nach „gelegentlich“ oder „regelmäßig“ unterschieden, sondern nach dem Konsummuster.

EinordnungWas dahinter stecktZielverhalten
D2 (fortgeschrittene Problematik)Hochfrequenter, problematischer Konsum, beeinträchtigte KonsumkontrolleAbstinenz
D3 (riskanter Cannabiskonsum)Riskantes Muster ohne fortgeschrittene ProblematikVerzicht oder moderater, risikoarmer Konsum
D4 (Trennproblem)Risikoarmer Konsum, aber Fahren und Konsum nicht getrenntSicheres Trennen von Konsum und Fahren

Trennvermögen und Trennbereitschaft

Zwei Begriffe tauchen immer wieder auf. Trennbereitschaft heißt: Du willst grundsätzlich nicht unter Wirkung fahren. Trennvermögen heißt: Du setzt das auch um, wenn du konsumiert hast. Die Gutachter fragen deshalb sehr konkret: Welche Wartezeiten hältst du ein? Nach einem Joint, nach mehreren, nach Edibles? Wie kommst du nach Hause, wenn du konsumieren willst?

Werte im Blut

Ein THC-COOH-Wert ab 150 ng/ml im Serum gilt als starker Hinweis auf nahezu täglichen Konsum. Nach den Auslegungshinweisen der Fachgesellschaften ist er aber kein alleiniges Entscheidungskriterium. Er wird zusammen mit deinen Angaben und der Akte bewertet.

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Welche Nachweise du brauchst

Ob du Abstinenz oder moderaten Konsum belegen musst, hängt von deiner Einordnung ab. In beiden Fällen brauchst du Belege.

  • Bei Abstinenz nach D2: belegte Abstinenz über 15 Monate vor der Begutachtung. War der Konsum mit Alkohol verbunden, kann auch Alkoholverzicht verlangt werden.
  • Bei Verzicht oder moderatem Konsum nach D3: eine Veränderung über mindestens 6 Monate. Die toxikologischen Belege sollen die 3 bis 4 Monate vor der MPU abdecken. Beim moderaten Konsum dürfen die Befunde nicht gegen einen niedrigen Konsum sprechen. Diese Belege sind seit 1. Juni 2026 Pflicht.
  • Bei Abhängigkeit: in der Regel eine Therapie und danach ein Jahr belegte Abstinenz.

Die Nachweise müssen unter forensischen Bedingungen laufen: unangekündigte Termine, Urinabgabe unter Sicht oder Haaranalyse, akkreditiertes Labor. Hausarzt oder Suchtberatung dürfen die Proben nicht nehmen.

MPU als Cannabis-Patient

Wer Medizinalcannabis nach ärztlicher Verordnung nimmt, wird anders bewertet. Bring Rezept und ärztliche Bescheinigung mit. Freizeitkonsum neben der Medikation sehen die Gutachter kritisch. Bei fortgeschrittener Problematik ist Medizinalcannabis nach den Kriterien ausgeschlossen.

Ablauf und Dauer bis zum Gutachten

Der MPU-Tag selbst dauert meist drei bis vier Stunden. Er besteht aus Fragebögen, einem medizinischen Teil mit Blutabnahme und Urin-Drogenscreening, einem Leistungstest am Computer und dem psychologischen Gespräch. Bei Drogenfragen wird immer auch eine Blutprobe genommen, auch wenn du Abstinenzbelege mitbringst.

Die längste Zeit liegt vor dem Termin. Wie lange dauert eine MPU wegen Cannabis insgesamt? Grob gesagt:

  • bei moderatem Konsum oder Verzicht nach D3 mindestens 6 Monate Veränderung plus Vorbereitung,
  • bei Abstinenz nach D2 mindestens 15 Monate belegter Verzicht.

Das Gutachten kommt meist innerhalb von etwa zwei Wochen nach dem Termin, wenn alle Laborbefunde vorliegen.

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Kosten im Überblick

Die Gebühren sind seit 2018 nicht mehr gesetzlich festgelegt. Jede Stelle setzt ihre Preise selbst. Diese Spannen sind eine grobe Orientierung:

PostenGrobe Spanne
MPU bei Drogenca. 550 bis 750 €
Urin-Kontrollprogramm 6 Monateca. 200 bis 450 €
Urin-Kontrollprogramm 12 Monateca. 350 bis 700 €
Haaranalyse pro Probeca. 150 bis 350 €
Neuerteilung bei der Behördebis ca. 275 €

Dazu kommen Kosten für Vorbereitung. Frag bei der Begutachtungsstelle immer nach dem aktuellen Preis für deine Fragestellung.

Die häufigsten Fehler im Gespräch

  • Verharmlosen. „Nur ab und zu“ passt nicht, wenn die Blutwerte oder die Akte etwas anderes sagen. Die Kriterien werten Verharmlosung ausdrücklich als Mangel.
  • Legalisierung als Argument. Dass Cannabis jetzt teilweise legal ist, ändert nichts an der Frage, ob du Konsum und Fahren trennst.
  • Keine konkreten Regeln. „Ich fahre halt nicht bekifft“ reicht nicht. Die Gutachter wollen Wartezeiten, Planung und Alternativen hören.
  • Mischkonsum übergehen. Alkohol zusammen mit Cannabis ist ein eigener Risikofaktor und am Steuer besonders streng geregelt.
  • Auswendig gelernte Antworten. Nachfragen decken Floskeln schnell auf.

So bereitest du dich gezielt vor

  1. Akte einsehen: Welche Werte, welche Vorfälle stehen drin?
  2. Ehrliche Einordnung: Wie oft, wie viel, welche Form, seit wann? Daraus folgt, ob Abstinenz oder moderater Konsum realistisch ist.
  3. Belege rechtzeitig starten, damit sie das nötige Zeitfenster abdecken.
  4. Dein neues Verhalten konkret machen: Konsumregeln, Wartezeiten, Mobilität ohne Auto an Konsumtagen.
  5. Das Gespräch üben, mit eigenen Worten und mit Nachfragen.

Beachte: Für Menschen mit moderatem Cannabiskonsum gibt es derzeit keinen anerkannten Kurs nach § 70 FeV. Eine Kursempfehlung als Zwischenlösung ist in diesem Fall kaum möglich. Umso wichtiger ist eine gute Vorbereitung vor dem ersten Termin. Der kostenlose MPU-Check von MPU-Weg hilft dir bei der Einordnung.

Häufige Fragen

Wann MPU wegen THC?

Eine MPU wegen Cannabis kommt vor allem nach wiederholten Fahrten unter Cannabiseinfluss oder wenn Tatsachen auf Cannabismissbrauch hindeuten (§ 13a FeV). Eine einzelne Fahrt über 3,5 ng/ml THC ist zunächst eine Ordnungswidrigkeit. Kommen weitere Hinweise dazu, etwa Mischkonsum oder sehr hohe Abbauwerte, kann die Behörde trotzdem eine MPU verlangen.

Wie lange dauert eine MPU wegen Cannabis?

Der Termin selbst dauert etwa drei bis vier Stunden. Bis dahin brauchst du bei moderatem Konsum oder Verzicht mindestens 6 Monate stabile Veränderung. Bei fortgeschrittener Problematik verlangen die Kriterien 15 Monate belegte Abstinenz.

Wie lange Abstinenz Cannabis MPU?

Das hängt von deiner Einordnung ab. Bei fortgeschrittener Problematik (D2) sind es 15 Monate, bei Abhängigkeit in der Regel ein Jahr nach einer Therapie. Bei riskantem Konsum ohne fortgeschrittene Problematik reichen mindestens 6 Monate Veränderung, und auch moderater Konsum kann dann akzeptiert werden.

Wie viel kostet eine MPU wegen Cannabis?

Die MPU selbst kostet bei Drogenfragestellungen grob 550 bis 750 Euro. Dazu kommen Nachweise, etwa 200 bis 700 Euro für ein Urinprogramm oder 150 bis 350 Euro pro Haaranalyse. Die Preise legt jede Stelle selbst fest.

Wie viel kostet MPU wegen Cannabiskonsum?

Rechne mit Kosten für die MPU, für Konsum- oder Abstinenzbelege und für die Neuerteilung bei der Behörde, die bis etwa 275 Euro kostet. Rechnet man die genannten Spannen zusammen, ergeben sich ohne Vorbereitung grob gut 800 bis über 1.500 Euro. Hol dir für deine Stelle ein konkretes Angebot.

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Redaktion MPU-Weg

Geschrieben nach den Beurteilungskriterien in der 5. Auflage, den Begutachtungsleitlinien und der Fahrerlaubnis-Verordnung. Zahlen und Quellen stehen im Artikel. Zuletzt aktualisiert am 27.09.2026.