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MPU nach Fahrradfahrt: So bereitest du dich richtig vor

Aktualisiert am 27.09.20265 Min. LesezeitRedaktion MPU-Weg, nach den Beurteilungskriterien 2026

Viele denken, auf dem Fahrrad kann beim Alkohol nicht viel passieren. Das stimmt nicht. Wer mit 1,6 Promille oder mehr Rad fährt, bekommt von der Führerscheinstelle eine MPU angeordnet, auch wenn der Autoführerschein mit der Fahrt gar nichts zu tun hatte.

Hier erfährst du, ab wann eine MPU nach einer Fahrradfahrt kommt, was die Gutachter prüfen, welche Nachweise du brauchst und was passiert, wenn du keinen Führerschein hast.

Das Wichtigste in Kürze
  • Ab 1,6 Promille auf dem Fahrrad ordnet die Behörde die MPU zwingend an (§ 13 Satz 1 Nr. 2c FeV).
  • Radfahrer gelten nach der Rechtsprechung ab 1,6 Promille als absolut fahruntüchtig, das ist eine Straftat nach § 316 StGB.
  • Das Strafgericht kann den Autoführerschein nach einer Fahrradfahrt nicht nach § 69 StGB entziehen. Die Führerscheinstelle kann es aber, wenn du kein positives Gutachten vorlegst.
  • Ohne Führerschein kann die Behörde dir das Radfahren untersagen (§ 3 FeV).
  • Die Beurteilungskriterien behandeln Fahrten mit fahrerlaubnisfreien Fahrzeugen seit der 5. Auflage ausführlicher.

MPU nach Fahrradfahrt: Wann die Behörde sie anordnet

§ 13 FeV spricht von einem „Fahrzeug“, nicht von einem Kraftfahrzeug. Dazu gehört auch das Fahrrad. Die Behörde ordnet deshalb eine MPU an, wenn:

  • du mit 1,6 Promille oder mehr (oder 0,8 mg/l Atemalkohol) gefahren bist,
  • du wiederholt unter Alkohol aufgefallen bist,
  • andere Tatsachen auf Alkoholmissbrauch hindeuten.

Ab wann MPU bei Alkohol auf dem Fahrrad?

Die feste Grenze liegt bei 1,6 Promille. Darunter ist eine MPU möglich, wenn weitere Hinweise dazukommen, zum Beispiel wiederholte Auffälligkeiten.

Die Strafe

Ab 1,6 Promille bist du auf dem Rad absolut fahruntüchtig. Das ist keine Zahl aus dem Gesetz, sondern ständige Rechtsprechung. Die Fahrt ist dann eine Straftat nach § 316 StGB mit Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr. Schon darunter kann es strafbar sein, wenn du Ausfallerscheinungen hattest, etwa Schlangenlinien oder einen Sturz.

Was mit dem Autoführerschein passiert

Das Strafgericht darf die Fahrerlaubnis nach § 69 StGB nur bei Taten mit einem Kraftfahrzeug entziehen. Bei einer Fahrradfahrt geht das nicht. Die Führerscheinstelle zieht aber aus der Fahrt Zweifel an deiner Eignung und ordnet die MPU an. Legst du kein Gutachten fristgerecht vor, darf sie auf fehlende Eignung schließen und die Fahrerlaubnis entziehen (§ 11 Abs. 8 FeV). Außerdem kann das Strafgericht nach § 44 StGB ein Fahrverbot von bis zu sechs Monaten verhängen, das dann auch für das Auto gilt.

MPU Fahrrad ohne Führerschein

Auch ohne Führerschein kann die Behörde handeln. Nach § 3 FeV kann sie dir das Führen von fahrerlaubnisfreien Fahrzeugen untersagen, also auch das Radfahren. Vorher kann sie eine MPU verlangen. Dabei muss sie berücksichtigen, dass solche Fahrzeuge in der Regel weniger gefährlich sind. Und wer später einen Führerschein machen will, muss die Eignungszweifel ohnehin ausräumen.

Was die Gutachter prüfen

Für die Gutachter ist die Fahrradfahrt eine Alkoholfahrt wie jede andere. Sie prüfen deine Trinkgeschichte, deine Motive und deine Veränderung. Dazu kommt eine Besonderheit: Viele Radfahrer sagen, sie hätten das Rad gerade genommen, um nicht betrunken Auto zu fahren. Das ist ein guter Ansatz, aber er reicht nicht.

  • Alkoholtoleranz: Wer mit 1,6 Promille noch Rad fährt, hat meist viel Übung mit Alkohol. Die Gutachter fragen, wie es dazu kam.
  • Trennen von Trinken und Fahren: Hast du verstanden, dass auch das Fahrrad ein Fahrzeug ist?
  • Gesamtbild: Passt deine Trinkmenge zum Blutwert, und hast du dein Trinkverhalten geändert?

Die 5. Auflage der Beurteilungskriterien beschreibt den Sonderfall fahrerlaubnisfreier Fahrzeuge, also Fahrrad und E-Scooter, ausführlicher als bisher.

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Welche Nachweise du brauchst

Ob du einen Abstinenznachweis brauchst, hängt nicht vom Fahrzeug ab, sondern von deiner Trinkgeschichte.

  • Kontrolliertes Trinken reicht: Die Veränderung muss mindestens 6 Monate bestehen. Laborwerte wie PEth oder EtG können deine Angaben stützen und müssen zur angegebenen Menge passen.
  • Abstinenz nötig: In der Regel 12 Monate belegter Verzicht, frühestens nach 6.
  • Abhängigkeit: Entwöhnung und danach mindestens ein Jahr Abstinenz.

Die Belege müssen forensisch laufen, also bei einer zugelassenen Stelle mit unangekündigten Terminen. Proben vom Hausarzt zählen nicht.

Ablauf und Dauer bis zum Gutachten

  1. Die Behörde erfährt von der Fahrt und schickt dir eine MPU-Anordnung mit Frist.
  2. Du wählst eine Begutachtungsstelle und teilst sie der Behörde mit.
  3. Am Termin: Fragebögen, medizinischer Teil, Leistungstest, psychologisches Gespräch, insgesamt meist drei bis vier Stunden.
  4. Das Gutachten kommt oft nach etwa zwei Wochen.

Achtung bei der Frist: Wenn du noch nicht bereit bist, weil etwa der Abstinenznachweis zu kurz ist, sprich mit der Behörde. Ein vorschnelles negatives Gutachten hilft dir nicht.

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Kosten im Überblick

PostenGrobe Spanne
MPU bei Alkoholca. 550 bis 750 €
Abstinenzprogramm Urin 6 Monateca. 200 bis 450 €
Abstinenzprogramm Urin 12 Monateca. 350 bis 700 €
Haaranalyse pro Probeca. 150 bis 350 €

Die Preise legen die Stellen selbst fest. Dazu kommen gegebenenfalls Kosten für Vorbereitung und für die Neuerteilung, falls dir die Fahrerlaubnis entzogen wurde.

Die häufigsten Fehler im Gespräch

  • „Es war ja nur das Fahrrad.“ Das klingt nach Verharmlosung. Für die Frage, wie viel du trinkst, spielt das Fahrzeug keine Rolle.
  • Zu kleine Mengen angeben. 1,6 Promille oder mehr erreicht man nicht mit zwei Bier. Rechne ehrlich nach.
  • Nur das Fahrzeug wechseln. „Ich laufe jetzt nach Hause“ ist ein Anfang. Die Gutachter wollen aber wissen, ob sich dein Trinken geändert hat.
  • Gewöhnung übergehen. Wer sich bei hohen Werten noch fit fühlte, sollte das offen ansprechen und erklären, was es bedeutet.

So bereitest du dich gezielt vor

  1. Akteneinsicht beantragen und Uhrzeit, Blutwert und Polizeibericht kennen.
  2. Trinkmenge mit der Widmark-Formel nachrechnen.
  3. Klären, ob kontrolliertes Trinken oder Abstinenz dein Ziel ist, und gegebenenfalls den Nachweis sofort starten.
  4. Deine Trinkgeschichte und deine Motive aufschreiben.
  5. Konkrete Regeln für Feiern und Heimwege festlegen.

Der kostenlose MPU-Check von MPU-Weg hilft dir, deine Ausgangslage nach der Fahrradfahrt einzuordnen.

Häufige Fragen

Wie lange dauert die MPU?

Der Termin dauert meist drei bis vier Stunden, egal ob die Fahrt mit dem Auto oder dem Fahrrad war. Davor brauchst du je nach Einordnung mindestens 6 Monate Verhaltensänderung oder einen Abstinenznachweis. Das Gutachten kommt oft nach etwa zwei Wochen.

Was kostet die MPU insgesamt?

Die MPU bei Alkohol kostet grob 550 bis 750 Euro. Brauchst du einen Abstinenznachweis, kommen etwa 200 bis 700 Euro für ein Urinprogramm dazu. Die Stellen legen ihre Preise selbst fest.

Kann man die MPU beim ersten Mal bestehen?

Ja. 2025 waren bei Alkohol erstmalig laut BASt 55 Prozent der Gutachten positiv, 8,1 Prozent enthielten eine Kursempfehlung. Eine eigene Quote für Radfahrer veröffentlicht die BASt nicht. Gute Vorbereitung verbessert die Chancen deutlich.

Brauche ich für die MPU einen Abstinenznachweis?

Das hängt von deiner Trinkgeschichte ab, nicht davon, dass du Rad gefahren bist. Musst du dauerhaft verzichten, brauchst du in der Regel 12 Monate belegte Abstinenz, frühestens nach 6. Reicht kontrolliertes Trinken, muss die Veränderung mindestens 6 Monate bestehen.

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Redaktion MPU-Weg

Geschrieben nach den Beurteilungskriterien in der 5. Auflage, den Begutachtungsleitlinien und der Fahrerlaubnis-Verordnung. Zahlen und Quellen stehen im Artikel. Zuletzt aktualisiert am 27.09.2026.