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MPU wegen Amphetaminen: So bereitest du dich richtig vor

Aktualisiert am 27.09.20265 Min. LesezeitRedaktion MPU-Weg, nach den Beurteilungskriterien 2026

Bei Amphetamin, umgangssprachlich Speed, ist das Fahrerlaubnisrecht streng. Nach der Fahrerlaubnis-Verordnung schließt schon die Einnahme eines solchen Betäubungsmittels die Fahreignung in der Regel aus, auch ohne Fahrt unter Einfluss. Die MPU wegen Amphetaminen ist dann der Weg zurück zum Führerschein.

Hier erfährst du, wann die Behörde die MPU anordnet, was die Gutachter prüfen, welche Nachweise du brauchst, wie lange es dauert, was es kostet und wie du dich gezielt vorbereitest.

Das Wichtigste in Kürze
  • Nach Anlage 4 Nr. 9.1 FeV schließt die Einnahme von Betäubungsmitteln wie Amphetamin die Fahreignung in der Regel aus, schon einmalig.
  • Eine Fahrt unter Amphetamin ist nach § 24a Abs. 2 StVG eine Ordnungswidrigkeit mit 500 Euro, 2 Punkten und 1 Monat Fahrverbot beim ersten Mal.
  • Für die Neuerteilung verlangt die Behörde nach § 14 FeV ein MPU-Gutachten.
  • Abstinenzdauer nach Einordnung: D3 mindestens 6 Monate, D2 15 Monate, nach Abhängigkeit mindestens 1 Jahr nach der Rehabilitation.
  • Bei jeder Drogen-MPU gibt es am Untersuchungstag einen Drogentest, laut BASt ein Urinscreening, manche Stellen wie TÜV NORD nehmen auch Blut ab.

MPU wegen Amphetaminen: Wann die Behörde sie anordnet

Beim Speed Führerschein gilt eine Besonderheit. Die Führerscheinstelle muss nicht warten, bis du unter Einfluss fährst. Die Rechtsprechung wertet nach Anlage 4 Nr. 9.1 FeV schon die einmalige Einnahme harter Drogen als Grund, die Fahreignung zu verneinen. Deshalb wird die Fahrerlaubnis oft direkt entzogen, etwa nach einer Kontrolle mit positivem Befund.

Die MPU kommt dann bei der Neuerteilung. § 14 Abs. 2 FeV sieht ein medizinisch-psychologisches Gutachten vor, wenn die Fahrerlaubnis wegen Betäubungsmitteln entzogen war oder zu klären ist, ob die Einnahme noch besteht. Auch wiederholte Verstöße nach § 24a StVG führen zur MPU.

Die Fahrt selbst wird zusätzlich geahndet: Nach dem Bußgeldkatalog kostet eine Fahrt unter Amphetamin beim ersten Mal 500 Euro, 1 Monat Fahrverbot und 2 Punkte. Mit Ausfallerscheinungen ist es eine Straftat.

Was die Gutachter prüfen

Grundlage sind die D-Hypothesen der Beurteilungskriterien, 5. Auflage. Der Gutachter ordnet dich ein:

HypotheseBedeutungZiel
D1DrogenabhängigkeitAbstinenz nach Rehabilitation, auch Alkoholverzicht
D2fortgeschrittene Problematik, beeinträchtigte KonsumkontrolleAbstinenz
D3Drogengefährdung, sporadischer KonsumVerzicht auf illegale Drogen

Er prüft außerdem:

  • die Konsumgeschichte: Beginn, Häufigkeit, Mengen, andere Substanzen,
  • Motive: Leistung, Party, Durchhalten bei Arbeit oder Schlafmangel,
  • Mischkonsum: Bei mehreren Substanzen zählt die problematischste,
  • die Rolle von Alkohol, auch bei Rückfällen,
  • dein Umfeld und die Distanz zu Menschen mit problematischem Konsum.
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Welche Nachweise du brauchst

  • Abstinenzbelege nach CTU-Kriterien: Urin mit unvorhersehbarer Einbestellung oder Haaranalyse. Bei Drogen können bis zu 6 cm Haar untersucht werden.
  • Dauer: D3 mindestens 6 Monate, länger nach jahrelangem Konsum. D2 15 Monate. D1 nach der Rehabilitation mindestens 1 Jahr.
  • Aktualität: Der letzte Beleg sollte höchstens etwa 4 Monate vor der MPU liegen.
  • Bescheinigungen: über Beratung, Therapie oder Vorbereitung.

Der Cut-off für Amphetamin lag nach der 4. Auflage bei 30 ng/ml im Urin und 100 pg/mg im Haar. Die 5. Auflage hat den Haarwert für Amphetamin geändert. Dein Labor kennt den aktuellen Stand.

Ablauf und Dauer bis zum Gutachten

  1. Entziehung der Fahrerlaubnis oder Bußgeld mit Fahrverbot.
  2. Sofort Abstinenz beginnen und Kontrollprogramm starten.
  3. Aufarbeitung mit Unterstützung, parallel zu den Belegen.
  4. Antrag auf Neuerteilung stellen, MPU-Anordnung erhalten.
  5. MPU-Tag: Fragebögen, medizinische Untersuchung mit Drogentest, Leistungstest, Gespräch. Etwa drei bis vier Stunden.
  6. Gutachten, bei DEKRA in der Regel etwa 14 Tage nach Vorliegen aller Befunde.

Realistisch sind vom Entzug bis zum Gutachten mindestens 7 bis 8 Monate bei D3 und etwa eineinhalb Jahre bei D2.

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Kosten im Überblick

PostenSpanne
MPU Drogenca. 550 bis 750 €
Urinprogramm 6 Monateca. 200 bis 450 €
Urinprogramm 12 Monateca. 350 bis 700 €
Haaranalyseca. 150 bis 350 € pro Probe
Neuerteilungbis ca. 275 €

Dazu kommt die Vorbereitung. Die Preise legen Träger, Labore und Anbieter selbst fest.

Die häufigsten Fehler im Gespräch

  • „Das war nur einmal.“ Wenn Befund oder Akte etwas anderes zeigen, wirkt das unglaubwürdig. Die Kriterien werten Verharmlosung als Mangel.
  • Alkohol ausklammern: Wer Speed mit Alkohol kombiniert hat, muss auch darüber sprechen können.
  • Nur äußere Gründe: „Ich lasse es wegen des Führerscheins.“
  • Keine Motive: Wofür war Speed gut? Leistung, Wachbleiben, Stimmung? Was ersetzt das heute?
  • Altes Umfeld: Keine Antwort auf die Frage, wie du mit früheren Kontakten umgehst.
  • Kein Rückfallplan.

So bereitest du dich gezielt vor

  1. Akte einsehen und deine Konsumgeschichte mit Zahlen aufschreiben.
  2. Einordnung ehrlich klären, bei Zweifeln die längere Belegdauer planen.
  3. Motive und Auslöser aufarbeiten, am besten mit psychologischer Unterstützung.
  4. Neue Routinen für Schlaf, Arbeit und Freizeit aufbauen und beschreiben können.
  5. Das Gespräch laut üben, mit Nachfragen.

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Häufige Fragen

Wie lange dauert die MPU?

Der Termin dauert meist etwa drei bis vier Stunden, bei Drogen immer mit einem Drogentest. Bis du ihn sinnvoll wahrnehmen kannst, vergehen je nach Einordnung mindestens 6 Monate, bei D2 15 Monate Abstinenz.

Was kostet die MPU insgesamt?

Die Drogen-MPU kostet je nach Träger etwa 550 bis 750 Euro. Mit Abstinenzbelegen, Vorbereitung und Neuerteilung solltest du mit deutlich über 1.000 Euro rechnen.

Kann man die MPU beim ersten Mal bestehen?

Ja. Bei Drogen, Cannabis und Medikamenten waren 2025 laut BASt 58 Prozent der Gutachten positiv. Zahlen nur für Amphetamin oder nur für erste Versuche werden nicht veröffentlicht.

Brauche ich für die MPU einen Abstinenznachweis?

Ja, bei Amphetamin ist Verzicht das Ziel, und er muss nach CTU-Kriterien belegt sein. Die Dauer hängt von deiner Einordnung ab: mindestens 6 Monate bei D3, 15 Monate bei D2.

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Redaktion MPU-Weg

Geschrieben nach den Beurteilungskriterien in der 5. Auflage, den Begutachtungsleitlinien und der Fahrerlaubnis-Verordnung. Zahlen und Quellen stehen im Artikel. Zuletzt aktualisiert am 27.09.2026.