1 9 Promille wie lange Führerschein weg: Was jetzt auf dich zukommt
Mit 1,9 Promille am Steuer hast du eine Straftat begangen, keine Ordnungswidrigkeit mehr. Die Frage „1 9 Promille wie lange Führerschein weg“ hat deshalb zwei Teile: die Sperrfrist, die das Gericht festlegt, und die MPU, die du danach bestehen musst. Die Sperrfrist ist meist nicht das Problem. Die MPU ist es.
Hier erfährst du, welche Strafe und welche Punkte drohen, warum bei 1,9 Promille eine MPU zwingend ist, was für Fahrrad und E-Scooter gilt und wie du die Zeit bis zur Neuerteilung sinnvoll nutzt.
Promillerechner
Schätze deinen Blutalkohol nach der Widmark-Formel. Das Ergebnis ist eine grobe Schätzung, kein Beweis für Fahrtüchtigkeit.
Die Rechnung nutzt übliche Richtwerte (Verteilungsfaktor 0,7 für Männer und 0,6 für Frauen, Resorptionsdefizit 10 bis 30 %, Abbau 0,1 bis 0,2 ‰ pro Stunde). Tatsächliche Werte schwanken stark. Fahr nach Alkohol nicht, auch wenn der Rechner einen niedrigen Wert zeigt.
- Ab 1,1 Promille gilt man mit dem Auto als absolut fahruntüchtig, das ist eine Straftat nach § 316 StGB.
- Ab 1,6 Promille ordnet die Führerscheinstelle eine MPU an, das gilt auch auf dem Fahrrad.
- Das Gericht entzieht die Fahrerlaubnis in der Regel und setzt eine Sperre von 6 Monaten bis 5 Jahren.
- Im Fahreignungsregister werden für die Straftat 3 Punkte eingetragen.
- Mit Abstinenz oder deutlich verändertem Trinkverhalten solltest du früh beginnen, weil die Kriterien Belege über viele Monate verlangen.
1 9 Promille wie lange Führerschein weg: Was rechtlich gilt
Ab 1,1 Promille geht die Rechtsprechung beim Führen eines Kraftfahrzeugs von absoluter Fahruntüchtigkeit aus. Es kommt dann nicht darauf an, ob du Schlangenlinien gefahren bist. Bei 1,9 Promille liegt eine Trunkenheit im Verkehr nach § 316 StGB vor. Gab es einen Unfall oder eine konkrete Gefährdung, kommt § 315c StGB in Betracht.
Das Gericht entzieht bei einer solchen Tat in der Regel die Fahrerlaubnis und legt eine Sperre fest. Nach § 69a StGB dauert sie mindestens 6 Monate und höchstens 5 Jahre. Hattest du in den letzten drei Jahren schon eine Sperre, beträgt das Mindestmaß ein Jahr. Die Zeit einer vorläufigen Entziehung wird angerechnet.
Wie lange der Führerschein wirklich weg ist, entscheidet am Ende aber die MPU. Nach Ablauf der Sperre bekommst du ihn nicht automatisch zurück. Du musst die Neuerteilung beantragen, und die Behörde verlangt ein positives Gutachten.
Ab wann bei 1,9 Promille eine MPU droht
Die Regel steht in § 13 Satz 1 Nr. 2 c FeV. Wer ein Fahrzeug mit 1,6 Promille oder mehr oder mit 0,8 mg/l Atemalkohol oder mehr geführt hat, muss ein medizinisch-psychologisches Gutachten beibringen. Die Behörde hat hier keinen Spielraum. Mit 1,9 Promille liegst du klar darüber.
Die Begutachtungsleitlinien sehen Werte um oder über 1,5 Promille als Hinweis auf eine besondere Gewöhnung an Alkohol. Wer 1,9 Promille erreicht und noch ein Auto starten kann, hat meist über längere Zeit viel getrunken. Genau das wird der Gutachter mit dir besprechen.
Wichtig für deine Planung: Nach der 5. Auflage der Beurteilungskriterien spricht eine Trunkenheitsfahrt ab 2,5 beziehungsweise 2,0 Promille als Hinweis für eine beeinträchtigte Konsumkontrolle (A2). Mit 1,9 Promille bist du nicht automatisch dort eingeordnet. Die Einordnung hängt von deiner ganzen Trinkgeschichte ab. Viele mit diesem Wert brauchen trotzdem Abstinenz oder eine gut belegte Trinkveränderung über mindestens 6 bis 12 Monate.
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MPU-Check startenStrafe, Punkte und Fahrverbot bei 1,9 Promille
Die Strafe setzt das Gericht fest. § 316 StGB sieht Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr vor, bei § 315c bis zu fünf Jahren. Bei Ersttätern ohne Unfall ist eine Geldstrafe üblich. Deren Höhe richtet sich nach deinem Einkommen in Tagessätzen, eine pauschale Zahl gibt es nicht.
| Folge | Bei 1,9 Promille mit dem Auto |
|---|---|
| Einordnung | Straftat (§ 316 StGB) |
| Punkte | 3 Punkte |
| Führerschein | in der Regel Entziehung mit Sperre von 6 Monaten bis 5 Jahren |
| MPU | zwingend (§ 13 Nr. 2 c FeV) |
| Probezeit | zusätzlich besonderes Aufbauseminar vor der Neuerteilung |
Ein Fahrverbot im Sinne der Bußgeldvorschriften ist bei 1,9 Promille nicht das Thema. Es geht um die Entziehung, also um den Verlust der Fahrerlaubnis. Das ist ein großer Unterschied: Nach einem Fahrverbot bekommst du den Führerschein zurück. Nach einer Entziehung musst du neu beantragen.
1,9 Promille auf dem Fahrrad und E-Scooter
E-Scooter sind Kraftfahrzeuge. Für sie gelten dieselben Grenzen wie fürs Auto. 1,9 Promille auf dem E-Scooter sind also ebenfalls eine Straftat, mit Entziehung der Fahrerlaubnis und MPU.
Beim Fahrrad liegt die Grenze der absoluten Fahruntüchtigkeit bei 1,6 Promille. Mit 1,9 Promille auf dem Rad ist das eine Straftat nach § 316 StGB. Weil § 13 FeV von „Fahrzeug“ spricht, zählt das Fahrrad auch für die MPU. Die Führerscheinstelle ordnet die MPU an, obwohl du nicht mit dem Auto unterwegs warst. Legst du kein positives Gutachten vor, kann sie dir die Fahrerlaubnis entziehen.
Pedelecs bis 25 km/h zählen als Fahrrad, schnellere E-Bikes als Kraftfahrzeug.

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Wie viel Alkohol sind 1,9 Promille?
Eine grobe Schätzung liefert die Widmark-Formel. Sie teilt die aufgenommene Alkoholmenge durch Körpergewicht und einen Verteilungsfaktor. Ein Teil des Alkohols wird nicht aufgenommen, das rechnet man mit etwa 20 Prozent Abschlag ein. Die folgenden Werte sind Rechenbeispiele, keine Trinkempfehlung.
| Person | Nötige Alkoholmenge für 1,9 Promille | Entspricht etwa |
|---|---|---|
| Mann, 80 kg | ca. 130 g Alkohol | 6 bis 7 Bier à 0,5 l (5 %) |
| Frau, 65 kg | ca. 90 g Alkohol | 4 bis 5 Bier à 0,5 l (5 %) |
Dabei ist der Abbau während des Trinkens nicht eingerechnet. Er liegt bei etwa 0,1 bis 0,2 Promille pro Stunde. Wer über einen Abend trinkt, hatte also meist mehr als diese Menge. Genau diese Rechnung macht auch der Gutachter. Passt deine Mengenangabe nicht zum gemessenen Wert, wirkt das unglaubwürdig. Bis 1,9 Promille vollständig abgebaut sind, vergehen grob 10 bis 19 Stunden.
Führerschein zurück: Die Schritte nach der Fahrt
- Ruhe bewahren und Akte einsehen: Über deinen Anwalt oder später bei der Führerscheinstelle. Du musst wissen, welche Werte und Uhrzeiten dort stehen.
- Trinkverhalten sofort ändern: Je früher, desto länger der Zeitraum, den du belegen kannst.
- Nachweise starten: Ein Kontrollprogramm nach CTU-Kriterien mit EtG im Urin, Haaranalysen oder PEth im Blut. Welche Dauer du brauchst, hängt von deiner Einordnung ab.
- Ursachen aufarbeiten: Warum hast du so viel getrunken? Warum bist du trotzdem gefahren? Was ist heute anders?
- Antrag rechtzeitig stellen: Vor Ende der Sperre die Neuerteilung beantragen. Die Behörde schickt dann die Akte an die Begutachtungsstelle, die du wählst.
- MPU erst, wenn du bereit bist: Nicht nur weil die Sperre abgelaufen ist.
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Häufige Fragen
Ab wie viel Promille droht eine MPU?
Ab 1,6 Promille im Blut oder 0,8 mg/l Atemalkohol ordnet die Behörde die MPU an, egal ob Auto oder Fahrrad. Darunter kann sie eine MPU verlangen, wenn weitere Hinweise auf Alkoholmissbrauch vorliegen oder du wiederholt aufgefallen bist.
Wie lange ist der Führerschein bei 1,9 Promille weg?
Das Gericht setzt eine Sperre von mindestens 6 Monaten, oft länger. Danach bekommst du ihn nur mit positivem MPU-Gutachten zurück. Weil die Kriterien Belege über viele Monate verlangen, dauert es in der Praxis meist ein Jahr oder mehr.
Welche Strafe gibt es bei 1,9 Promille?
Es ist eine Straftat nach § 316 StGB mit Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr, dazu 3 Punkte und die Entziehung der Fahrerlaubnis. Die Geldstrafe richtet sich nach deinem Einkommen. Mit Unfall oder Gefährdung wird es strenger.
Wie viel Bier sind 1,9 Promille?
Als grobe Rechnung nach Widmark: Ein 80 kg schwerer Mann braucht etwa 6 bis 7 halbe Liter Bier, eine 65 kg schwere Frau etwa 4 bis 5. Der Abbau während des Trinkens ist dabei nicht berücksichtigt. Die Rechnung ist ein Beispiel und keine Grenze, unter der Fahren sicher wäre.
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Programm ansehen§ 316 StGB: Trunkenheit im Verkehr
§ 69a StGB: Sperre für die Erteilung einer Fahrerlaubnis
§ 13 FeV: Klärung von Eignungszweifeln bei Alkoholproblematik
BASt: Informationen zur MPU (Broschüre)
ADAC: Promillegrenze auf dem Fahrrad
ARCD: Promillegrenzen für E-Scooter
DGVP: Übersicht über die Änderungen der BK 5
§ 2a StVG: Fahrerlaubnis auf Probe