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MPU Gespräch: Das wirst du gefragt

Aktualisiert am 27.09.20265 Min. LesezeitRedaktion MPU-Weg, nach den Beurteilungskriterien 2026

Das MPU Gespräch ist der Teil der Untersuchung, der am häufigsten über das Ergebnis entscheidet. Offiziell heißt es psychologisches Untersuchungsgespräch. Ein Gutachter spricht mit dir über deine Vorgeschichte, die Tat und das, was sich seitdem verändert hat. Einen festen Fragenkatalog gibt es nicht, die Themen sind aber bekannt.

Hier erfährst du, wie das psychologische Gespräch bei der MPU abläuft, welche Fragen kommen, welche Antworten Misstrauen wecken und wie du dich sinnvoll vorbereitest.

Das Wichtigste in Kürze
  • Das Gespräch behandelt laut BASt-Richtlinie Lebensentwicklung, Deliktgeschichte und deine Ansätze, Auffälligkeiten künftig zu vermeiden.
  • Es wird protokolliert, auf Wunsch ist bei allen Trägern eine Tonaufzeichnung möglich.
  • Die Mitschrift darfst du während der Untersuchung gegenlesen.
  • Eine vorläufige Einschätzung bekommst du oft direkt nach der Untersuchung.
  • Laut Praktikern scheitern die meisten negativen Gutachten am Gespräch, nicht an medizinischen Befunden.

Welche Fragen bei MPU Gespräch gestellt werden

Die BASt nennt in ihrer Broschüre Fragen, die für alle Anlässe gelten:

  • Was genau hast du falsch gemacht?
  • Warum hast du es so und nicht anders gemacht?
  • Wann und warum hast du entschieden, dein Verhalten zu ändern?
  • Wie hast du die Änderung umgesetzt?
  • Was hat sich dadurch bei dir verändert?
  • Wodurch stellst du sicher, dass es nicht wieder passiert?

Je nach Anlass kommen Fragen zu Alkohol, Drogen oder Verkehrsverstößen hinzu. Bei Alkohol geht es um Mengen, Höchstmengen und Trinkmotive. Bei Drogen um Substanzen, Häufigkeit und Mischkonsum. Bei Punkten darum, warum es ab einem bestimmten Zeitpunkt zu Verstößen kam und was frühere Seminare gebracht haben.

So ist das psychologische Gespräch aufgebaut

Das Gespräch dauert in der Regel etwa 45 bis 60 Minuten. Es ist teilstrukturiert: Der Gutachter folgt den Themen der Beurteilungskriterien, stellt aber Nachfragen zu deinen Antworten.

  1. Begrüßung und Aufklärung: Ablauf, Freiwilligkeit, Möglichkeit der Tonaufzeichnung.
  2. Lebenslauf: Familie, Beruf, Freizeit, wichtige Ereignisse.
  3. Vorgeschichte und Tat: Was ist passiert? Was steht in der Akte?
  4. Ursachen: Warum kam es dazu? Welche inneren und äußeren Bedingungen?
  5. Veränderung: Was hast du geändert, seit wann, wie belegt?
  6. Zukunft: Risikosituationen und deine Strategien.

Der Gutachter protokolliert das Gespräch. Die Mitschrift darfst du laut BASt-Richtlinie während der Untersuchung gegenlesen. Eine Tonaufzeichnung gibt es bei allen Trägern auf Wunsch. Du kannst ihre Löschung jederzeit verlangen. Der Mitschnitt hilft später, falls es Missverständnisse zum Gutachten gibt.

Wie gut bist du vorbereitet?

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Beispielfragen und was dahinter steckt

FrageWorum es dem Gutachter geht
Wie viel hast du am Tatabend getrunken?Passt die Menge zur gemessenen Promillezahl? Widersprüche fallen unter die Hypothese 0.
Wie oft kam es vorher zu solchen Mengen?Gewöhnung und Toleranz, Einordnung in A2 oder A3.
Was war damals in deinem Leben los?Ursachen und Motive, nicht nur die Tat.
Woran hast du gemerkt, dass du etwas ändern musst?Problembewusstsein aus eigener Einsicht, nicht nur wegen des Führerscheins.
Was ist anders als früher?Konkrete, stabile Veränderung im Alltag.
Was machst du auf der nächsten Feier?Rückfallvermeidung in echten Situationen.

Antworten, die Gutachter misstrauisch machen

  • Auswendig Gelerntes: Begutachtungsstellen betonen, dass vorformulierte Sätze unglaubwürdig wirken. Nachfragen decken sie schnell auf.
  • Unrealistische Mengen: „Zwei Bier“ bei 1,8 Promille lässt sich nachrechnen.
  • Pechvogel-Haltung: „Das war einfach Pech, andere machen das auch.“ Die Begutachtungsleitlinien nennen dieses Abwehrmuster ausdrücklich.
  • Nur äußere Gründe: „Ich trinke nicht mehr, weil ich den Führerschein brauche.“ Das zeigt keine eigene Einsicht.
  • Widerspruch zum Fragebogen: Was du morgens angekreuzt hast, muss zu deinen Antworten passen.
  • Keine Beispiele: Allgemeine Sätze ohne konkrete Situation.
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So findest du deine eigene, stimmige Antwort

  1. Akte einsehen: Du hast nach § 11 Abs. 6 FeV das Recht dazu. Kenne Uhrzeiten, Werte und Vorfälle.
  2. Deine Geschichte aufschreiben: chronologisch, mit Zahlen und Gefühlen.
  3. Ursachen finden: Was hat dir Alkohol, Drogen oder das schnelle Fahren gegeben?
  4. Veränderung belegen: Was tust du heute anders? Mit Beispielen aus den letzten Monaten.
  5. Zukunft planen: Konkrete Risikosituationen mit konkreten Reaktionen.

Ein „positives“ Gespräch erkennst du nicht an perfekten Formulierungen. Es ist eines, in dem der Gutachter deine Entwicklung nachvollziehen kann. Laut TÜV NORD bekommst du eine vorläufige Einschätzung meist direkt nach der Untersuchung.

Übung: Fragen laut beantworten

  • Beantworte die sechs BASt-Fragen laut und nimm dich auf.
  • Lass dir von jemandem mit Nachfragen zusetzen: „Wieso genau?“, „Seit wann?“, „Woran merkst du das?“
  • Achte darauf, dass du in eigenen Worten sprichst und nicht in Textbausteinen.
  • Übe auch, zu sagen: „Das weiß ich nicht mehr genau.“ Ehrlich ist besser als erfunden.

Wo du vor dem Gespräch stehst, zeigt dir der kostenlose MPU-Check.

Häufige Fragen

Wie lange dauert die MPU?

Der ganze Tag dauert meist etwa drei bis vier Stunden. Das psychologische Gespräch nimmt davon in der Regel 45 bis 60 Minuten ein. Dazu kommen Fragebögen, medizinische Untersuchung und Leistungstest.

Was kostet die MPU insgesamt?

Die Untersuchung kostet laut ADAC etwa 400 bis 800 Euro, je nach Anlass und Träger. Das Gespräch ist darin enthalten. Nachweise, Vorbereitung und Neuerteilung kommen dazu.

Kann man die MPU beim ersten Mal bestehen?

Ja. 2025 waren laut BASt 58 Prozent aller Gutachten positiv, weitere 4,3 Prozent enthielten eine Kursempfehlung. Wie viele davon erste Versuche waren, veröffentlicht die BASt nicht.

Brauche ich für die MPU einen Abstinenznachweis?

Das hängt vom Anlass ab. Bei Punkten nicht, bei Alkohol oder Drogen oft ja. Im Gespräch wird der Gutachter sich darauf beziehen, deshalb solltest du die Belege im Original dabeihaben.

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Redaktion MPU-Weg

Geschrieben nach den Beurteilungskriterien in der 5. Auflage, den Begutachtungsleitlinien und der Fahrerlaubnis-Verordnung. Zahlen und Quellen stehen im Artikel. Zuletzt aktualisiert am 27.09.2026.

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