MPU Fragen Drogen: Das wirst du gefragt
Einen offiziellen Fragenkatalog für die MPU gibt es nicht. Welche MPU Fragen bei Drogen kommen, lässt sich trotzdem gut eingrenzen. Die BASt veröffentlicht Beispielfragen, und die Gutachter arbeiten nach den Beurteilungskriterien. Wer diese kennt, weiß, worum sich das Gespräch dreht.
Hier erfährst du, wie das psychologische Gespräch bei einer Drogen- oder Cannabis-MPU aufgebaut ist, welche Fragen typisch sind, was dahintersteckt und welche Antworten Gutachter misstrauisch machen.
- Es gibt keinen offiziellen Fragenkatalog, aber offizielle Beispielfragen in der BASt-Broschüre.
- Das Gespräch orientiert sich an den Hypothesen D1 bis D7 der Beurteilungskriterien, aktuell in der 5. Auflage.
- Deine Angaben werden mit Akte, Laborwerten und Fragebogen abgeglichen.
- Verharmlosung und Widersprüche gehören zu den häufig genannten Gründen für negative Gutachten.
- Seit der BK 5 kann bei Cannabis je nach Einordnung auch ein risikoarmer Konsum das Ziel sein.
Welche Fragen bei MPU Fragen Drogen gestellt werden
Die BASt-Broschüre „Informationen zur MPU“ nennt für Drogen diese Themen, zu denen der Gutachter fragt:
- Ab wann hast du welche Drogen genommen?
- Wie oft im Verlauf der Zeit?
- Hast du verschiedene Drogen gleichzeitig oder mit Alkohol genommen?
- Wie oft und wie viel Alkohol hast du in dieser Zeit getrunken?
- Warum hast du angefangen, weitergemacht, auch nach der ersten Auffälligkeit, und gesteigert?
Dazu kommen die allgemeinen Fragen für alle Anlässe: Was genau hast du falsch gemacht? Warum? Wann und warum hast du beschlossen, dich zu ändern? Wie hast du das umgesetzt? Was hat sich verändert? Wie stellst du sicher, dass es nicht wieder passiert?
So ist das psychologische Gespräch aufgebaut
Das Gespräch ist teilstrukturiert. Es gibt keinen starren Ablauf, aber einen roten Faden. Laut BASt-Richtlinie geht es um die allgemeine Lebensentwicklung, die Deliktgeschichte und ihre Verarbeitung sowie um deine Ansätze, künftige Auffälligkeiten zu vermeiden.
- Einstieg: Anlass, Akte, deine Sicht auf die Tat.
- Konsumgeschichte: Beginn, Substanzen, Mengen, Häufigkeit, Höhepunkt.
- Motive: Wozu hast du konsumiert? Entspannung, Gruppe, Stress, Rausch?
- Veränderung: Wann und warum hast du aufgehört oder reduziert? Wie belegst du das?
- Stabilität: Risikosituationen, Rückfälle, dein Plan für die Zukunft.
- Trennung: Bei Cannabis: Wie trennst du Konsum und Fahren?
Der Gutachter hat Fragebögen und die medizinischen Befunde vor sich. Bei Drogenfragestellungen wird laut TÜV NORD immer auch eine Blutprobe genommen, auch wenn du Abstinenzbelege mitbringst.
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MPU-Check startenBeispielfragen und was dahinter steckt
| Frage | Was dahintersteckt |
|---|---|
| Wie oft hast du in deiner stärksten Zeit konsumiert? | Einordnung in D2, D3 oder D4. Bei Cannabis prüft der Gutachter, ob ein riskanter oder hochfrequenter Konsum vorlag. |
| Hast du andere Drogen probiert? | Mischkonsum führt zur Einordnung nach der problematischsten Substanz. |
| Warum hast du nach der ersten Kontrolle weitergemacht? | Problembewusstsein. Weitermachen trotz Folgen spricht für eine beeinträchtigte Konsumkontrolle. |
| Was hat dir der Konsum gebracht? | Konsummotive. Wer sie nicht kennt, kann keine Alternativen zeigen. |
| Wie sieht dein Umfeld heute aus? | Äußere Bedingungen. Kontakt zu Menschen mit problematischem Konsum ist ein Risikofaktor. |
| Welche Wartezeit hältst du nach einem Joint ein? | Trennvermögen bei risikoarmem Cannabiskonsum. Die BK 5 fragt auch nach Edibles und Konsum an mehreren Tagen. |
| Was machst du, wenn dir jemand etwas anbietet? | Rückfallvermeidung und Durchsetzungsvermögen. |
Bei Cannabis gibt es seit der 5. Auflage neue Kriterien. Je nach Einordnung ist Verzicht oder ein risikoarmer, moderater Konsum das Ziel. In beiden Fällen brauchst du toxikologische Belege über die letzten 3 bis 4 Monate.
Antworten, die Gutachter misstrauisch machen
- Verharmlosung: „Das war nur am Wochenende“, wenn die Blutwerte für häufigen Konsum sprechen. Die Beurteilungskriterien werten Verharmlosung ausdrücklich als Mangel.
- Widersprüche zur Akte: Deine Angaben müssen zu Befund, Uhrzeit und Vorfällen passen. Die Hypothese 0 prüft genau das.
- Schuld bei anderen: „Meine Freunde haben mich dazu gebracht.“ Das zeigt wenig Eigenverantwortung.
- Rechtfertigung mit dem Gesetz: „Cannabis ist doch jetzt legal.“ Erlaubter Besitz sagt nichts über Fahren unter Wirkung.
- Floskeln: „Ich habe erkannt, dass Drogen schlecht sind.“ Ohne konkrete Beispiele klingt das auswendig gelernt.
- Keine Strategien: Kein Plan für Stress, Partys oder alte Kontakte.

Was wirklich gefragt wird, was der Gutachter prüft und wie du deine Antwort aufbaust. 32 Seiten als PDF.
So findest du deine eigene, stimmige Antwort
Eine gute Antwort ist ehrlich, konkret und passt zur Akte. Sie muss nicht perfekt formuliert sein.
- Akte lesen: Nach § 11 Abs. 6 FeV darfst du die Unterlagen einsehen, die an die Begutachtungsstelle gehen.
- Zeitleiste schreiben: Erster Konsum, Steigerung, Tat, Veränderung. Mit Jahreszahlen und Mengen.
- Motive benennen: Was hat der Konsum für dich erfüllt? Was machst du heute stattdessen?
- Veränderung belegen: Abstinenz- oder Konsumbelege, neue Routinen, neue Kontakte.
- Risiken planen: Drei konkrete Situationen und was du dann tust.
Die BASt warnt ausdrücklich davor, sich „richtige Antworten“ antrainieren zu lassen. Gutachter fragen nach, bis sie verstehen, was wirklich passiert ist.
Übung: Fragen laut beantworten
Im Kopf klingt vieles klar, laut ausgesprochen oft nicht. Übe deshalb laut.
- Nimm dich mit dem Handy auf, während du die BASt-Fragen beantwortest.
- Hör dir die Aufnahme an: Wo weichst du aus? Wo fehlen Beispiele?
- Lass dir von einer Vertrauensperson Nachfragen stellen: „Warum?“ und „Woran merkst du das?“
- Wiederhole die Übung nach ein paar Wochen. Deine Antworten sollten sich inhaltlich gleichen, aber nicht wortgleich sein.
Wenn du wissen willst, wie weit du bist, gibt dir der kostenlose MPU-Check eine erste Einschätzung.
Häufige Fragen
Wie lange dauert die MPU?
Der ganze Untersuchungstag dauert meist etwa drei bis vier Stunden. Das psychologische Gespräch ist davon der längste Einzelteil. Bei Drogen gehört immer eine Blutprobe zur medizinischen Untersuchung.
Was kostet die MPU insgesamt?
Die Drogen-MPU kostet je nach Träger etwa 550 bis 750 Euro. Dazu kommen die Kosten für Urin- oder Haarbelege, eventuell Vorbereitung und die Neuerteilung.
Kann man die MPU beim ersten Mal bestehen?
Ja. Bei Drogen, Cannabis und Medikamenten waren laut BASt 2025 58 Prozent der Gutachten positiv und 4,5 Prozent enthielten eine Kursempfehlung. Eine eigene Quote für erste Versuche wird nicht veröffentlicht.
Brauche ich für die MPU einen Abstinenznachweis?
Bei harten Drogen in der Regel ja, bei D3 mindestens über 6 Monate, bei D2 über 15 Monate. Bei Cannabis hängt es von der Einordnung ab, Belege über die letzten 3 bis 4 Monate brauchst du aber fast immer.
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Programm ansehenBASt: Informationen zur MPU (Broschüre)
BASt: Richtlinie für Träger von Begutachtungsstellen
DGVP: Übersicht über die Änderungen der BK 5
DGVP/DGVM: FAQ zur BK 5 (09/2026)
TÜV NORD: FAQ zur MPU
§ 11 FeV: Eignungszweifel, Kursteilnahme
BASt: Verkehrspsychologische Vorbereitung auf die MPU
BASt: Begutachtung der Fahreignung 2025
BASt: Infoblatt Cannabis