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MPU Fragen Alkohol: Das wirst du gefragt

Aktualisiert am 27.09.20265 Min. LesezeitRedaktion MPU-Weg, nach den Beurteilungskriterien 2026

Einen offiziellen Fragenkatalog für die MPU gibt es nicht. Trotzdem sind die MPU Fragen bei Alkohol gut vorhersehbar. Die Gutachter arbeiten mit den Beurteilungskriterien, und die Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) nennt in ihrer Broschüre sogar typische Fragen.

Hier siehst du, welche Fragen bei einer MPU wegen Alkohol kommen, was hinter ihnen steckt und woran Gutachter unglaubwürdige Antworten erkennen. Musterantworten findest du hier bewusst nicht. Sie schaden mehr, als sie helfen.

Das Wichtigste in Kürze
  • Es gibt keinen offiziellen, einheitlichen Fragenkatalog und keinen bundesweiten Fragebogen. Jeder Träger nutzt eigene Bögen.
  • Das psychologische Gespräch dauert meist etwa 45 bis 60 Minuten.
  • Die Gutachter prüfen, ob deine Angaben zur Akte und zum Blutwert passen. Widersprüche können dazu führen, dass deine Angaben als nicht verwertbar gelten.
  • 2025 waren bei Alkohol erstmalig 55 % der Gutachten positiv, 8,1 % enthielten eine Kursempfehlung, 37 % waren negativ (BASt).
  • Auswendig gelernte Antworten wirken laut Begutachtungsstellen unglaubwürdig.

Welche MPU-Fragen bei Alkohol gestellt werden

Die BASt nennt in ihrer Broschüre „Informationen zur MPU“ Fragen, die für alle Anlässe gelten:

  • Was haben Sie genau falsch gemacht?
  • Warum haben Sie es so und nicht anders gemacht?
  • Wann und warum haben Sie entschieden, Ihr Verhalten zu ändern?
  • Wie haben Sie die Änderung umgesetzt?
  • Was hat sich dadurch bei Ihnen verändert?
  • Wodurch stellen Sie sicher, dass es nicht wieder passiert?

Für Alkohol kommen diese dazu:

  • Ab wann wurde zu viel getrunken?
  • Wie viel jeweils, wie viel maximal?
  • Wie oft kam es zu Höchstmengen?
  • Warum wurde so viel getrunken?

Daraus leiten die Gutachter ab, ob eine Abhängigkeit vorlag, ob du auf Alkohol verzichten musst oder ob kontrolliertes Trinken reicht.

So ist das psychologische Gespräch aufgebaut

Das Gespräch ist teilstrukturiert. Es gibt also Themen, aber kein festes Drehbuch. Die BASt beschreibt es so: Es geht um deine Lebensentwicklung, die Deliktgeschichte und ihre Verarbeitung und um deine Ansätze, künftige Auffälligkeiten zu vermeiden.

Typischer Verlauf

  1. Einstieg: Lebenslauf, Arbeit, Familie, Freizeit.
  2. Die Tat: Was ist an dem Tag passiert? Wann hast du angefangen zu trinken, was, wie viel, wann aufgehört?
  3. Die Trinkgeschichte: Wie hat sich dein Konsum über die Jahre entwickelt?
  4. Die Motive: Wozu hast du getrunken? Stress, Geselligkeit, Entspannung, Gewohnheit?
  5. Die Veränderung: Was hast du geändert, seit wann, und wie fühlt sich das an?
  6. Die Zukunft: Welche Risikosituationen kennst du, und was machst du dann?

Vorher füllst du Fragebögen aus, etwa zu Gesundheit, Konsum und Delikten. Die Angaben dort vergleicht der Gutachter mit dem Gespräch.

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Beispielfragen und was dahinter steckt

FrageWas der Gutachter wissen will
Wie viel hatten Sie am Tattag getrunken?Passt deine Menge rechnerisch zum Blutwert in der Akte?
Wie haben Sie sich bei diesem Wert gefühlt?Hattest du eine hohe Alkoholtoleranz, also Gewöhnung?
Warum haben Sie Alkohol getrunken?Hast du deine Motive verstanden, etwa Entlastungstrinken?
Wer hat Ihr Trinken kritisiert?Gab es Warnsignale von außen, die du übergangen hast?
Seit wann trinken Sie nichts mehr oder weniger? Wie ist das belegt?Ist die Veränderung stabil und nachweisbar?
Was ist heute anders als früher?Hat sich innerlich etwas verändert, nicht nur äußerlich?
Was machen Sie auf der nächsten Feier?Hast du konkrete Strategien für Risikosituationen?

Die Frage „Warum haben Sie Alkohol getrunken?“

Viele antworten mit „aus Spaß“ oder „das machen alle“. Das ist selten falsch, aber zu dünn. Der Gutachter will verstehen, welche Funktion Alkohol in deinem Leben hatte. Hat er dir geholfen, abzuschalten, Unsicherheit zu überspielen oder Ärger zu verdrängen? Wer das erkannt hat, kann auch erklären, was er heute stattdessen tut.

Antworten, die Gutachter misstrauisch machen

  • Zu kleine Trinkmengen. Wer mit 1,8 Promille kontrolliert wurde und drei Bier angibt, widerspricht der Rechnung nach der Widmark-Formel.
  • Pech statt Verantwortung. „Es war nur ein Ausnahmetag“ oder „andere fahren auch so“ klingt nach Verharmlosung.
  • Floskeln. Sätze wie „Ich habe meinen Fehler eingesehen“ ohne Inhalt dahinter.
  • Widersprüche. Im Fragebogen steht etwas anderes als im Gespräch, oder die Angaben passen nicht zur Akte.
  • Nur äußere Gründe. „Ich trinke nicht mehr, weil ich den Führerschein brauche“ zeigt keine innere Veränderung.
  • Keine Rückfallstrategie. Wer keine Risikosituation nennen kann, wirkt unvorbereitet.

Passen deine Angaben nicht zur Aktenlage, kann der Gutachter sie als nicht verwertbar einstufen. Dann ist das Gutachten negativ, egal wie gut der Rest war. In einer Stichprobe traf das rund 14 Prozent aller Alkohol-MPUs.

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So findest du deine eigene, stimmige Antwort

  1. Akte lesen. Beantrage Akteneinsicht. Kenne Uhrzeit, Blutwert und Polizeibericht.
  2. Trinkmenge nachrechnen. Körpergewicht, Trinkdauer und Blutwert ergeben eine plausible Mindestmenge.
  3. Deine Trinkgeschichte aufschreiben. Erster Kontakt, Steigerung, Höchstmengen, Phasen.
  4. Motive benennen. In welchen Situationen hast du getrunken, und was hat dir der Alkohol gegeben?
  5. Veränderung belegen. Was machst du heute anders, seit wann, mit welchen Belegen?
  6. Risikosituationen planen. Feier, Streit, Stress: Was konkret tust du?

Deine Antwort muss nicht perfekt formuliert sein. Sie muss ehrlich sein, zu den Fakten passen und von dir kommen.

Übung: Fragen laut beantworten

Viele wissen im Kopf, was sie sagen wollen, und geraten im Gespräch ins Stocken. Deshalb hilft es, laut zu üben.

  • Beantworte jede Frage aus der Tabelle laut in zwei bis drei Minuten.
  • Nimm dich auf und hör es dir an. Klingt es nach dir oder nach Text?
  • Lass dir Nachfragen stellen: „Warum?“, „Woran merken Sie das?“, „Seit wann genau?“
  • Prüfe, ob deine Zahlen gleich bleiben, wenn du die Geschichte mehrmals erzählst.

Die Begutachtungsstellen selbst dürfen keine Probegespräche anbieten. Dafür gibt es Vorbereitung bei Verkehrspsychologen. MPU-Weg setzt auf eine Gutachter-Simulation, und der kostenlose MPU-Check zeigt dir, wo du im Moment stehst.

Häufige Fragen

Wie lange dauert die MPU?

Der ganze Termin dauert meist drei bis vier Stunden. Davon entfallen etwa 45 bis 60 Minuten auf das psychologische Gespräch, in dem die Alkoholfragen gestellt werden. Dazu kommen Fragebögen, der medizinische Teil und der Leistungstest.

Was kostet die MPU insgesamt?

Die MPU wegen Alkohol kostet grob 550 bis 750 Euro, je nach Stelle. Brauchst du einen Abstinenznachweis, kommen je nach Programm etwa 200 bis 700 Euro dazu. Die Neuerteilung bei der Behörde kostet bis etwa 275 Euro.

Kann man die MPU beim ersten Mal bestehen?

Ja. 2025 waren bei Alkohol erstmalig 55 Prozent der Gutachten positiv und 8,1 Prozent enthielten eine Kursempfehlung. Wer früh informiert war und sich vorbereitet hatte, schnitt in einer BASt-Studie deutlich besser ab. Eine Garantie für das Ergebnis gibt es aber nicht.

Brauche ich für die MPU einen Abstinenznachweis?

Das hängt von deiner Einordnung ab. Musst du nach deiner Trinkgeschichte dauerhaft verzichten, brauchst du belegte Abstinenz, in der Regel ein Jahr und nicht unter sechs Monaten. Reicht kontrolliertes Trinken, muss die Veränderung mindestens sechs Monate bestehen, und Laborwerte können trotzdem helfen.

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Redaktion MPU-Weg

Geschrieben nach den Beurteilungskriterien in der 5. Auflage, den Begutachtungsleitlinien und der Fahrerlaubnis-Verordnung. Zahlen und Quellen stehen im Artikel. Zuletzt aktualisiert am 27.09.2026.

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