MPU-Weg

MPU Vorbereitung Alkohol: So bestehst du beim ersten Mal

Aktualisiert am 27.09.20265 Min. LesezeitRedaktion MPU-Weg, nach den Beurteilungskriterien 2026

Alkohol ist der häufigste MPU-Anlass. 2025 betrafen laut BASt 44 Prozent aller MPUs Alkohol. Eine gute MPU Vorbereitung bei Alkohol entscheidet oft darüber, ob du beim ersten Mal ein positives Gutachten bekommst. Dabei geht es nicht um auswendig gelernte Sätze. Es geht darum, dein Trinkverhalten zu verstehen, es stabil zu ändern und das nachvollziehbar zu zeigen.

Hier erfährst du, was Gutachter bei einer Alkohol-MPU hören wollen, was eine gute Vorbereitung enthält, wie lange sie dauert, was sie kostet und welche Fehler du vermeiden solltest.

Das Wichtigste in Kürze
  • Alkohol erstmalig: 2025 waren laut BASt 55 Prozent positiv, 8,1 Prozent bekamen eine Kursempfehlung, 37 Prozent waren negativ.
  • Bei Alkohol wiederholt waren es 47 Prozent positiv und 47 Prozent negativ.
  • Veränderter Konsum (A3) muss mindestens 6 Monate bestehen, Abstinenz bei A2 in der Regel 12 Monate belegt sein.
  • Deine Trinkmengen müssen zur gemessenen Promillezahl passen, der Gutachter rechnet nach.
  • In einer DEKRA-Auswertung schnitten Kandidaten nach psychologisch geleiteter Vorbereitung am besten ab.

MPU Vorbereitung Alkohol: Warum Vorbereitung entscheidet

Die Zahlen der BASt zeigen, wie viel auf dem Spiel steht. Bei Alkohol-Ersttätern waren 2025 rund 37 Prozent der Gutachten negativ. Wer wiederholt auffiel, lag bei 47 Prozent.

Vorbereitung verschiebt diese Zahlen. In der BASt-Studie M 226 kamen Kandidaten ohne Beratung beim ersten Versuch auf etwa 37 Prozent positive Gutachten. Wer früh informiert war und eine Schulung besuchte, kam auf 81 Prozent. Die Studie ist von 2012 und nicht randomisiert. Die Richtung ist trotzdem deutlich.

Eine Auswertung von 840 DEKRA-Alkoholgutachten aus dem Jahr 2016 fand: Jede Art von Vorbereitung war besser als keine. Am besten schnitten Kandidaten ab, die mit Psychologen gearbeitet hatten.

Was Gutachter wirklich hören wollen

Die BASt nennt für Alkohol diese Fragen: Ab wann wurde zu viel getrunken? Wie viel jeweils, wie viel maximal? Wie oft kam es zu Höchstmengen? Warum wurde so viel getrunken?

Dahinter stehen die Beurteilungskriterien. Der Gutachter will wissen:

  • Welche Einordnung passt: Abhängigkeit (A1), beeinträchtigte Konsumkontrolle (A2), Gefährdung (A3) oder Trennproblem (A4)?
  • Ob du die Ursachen kennst: Stress, Geselligkeit, Entlastung, Gewohnheit.
  • Ob deine Angaben stimmen: Passen Mengen, Uhrzeit und Promillewert zusammen?
  • Ob die Veränderung stabil ist: seit wann, wie belegt, wie erlebt?
  • Ob du Risiken kennst: Feiern, Konflikte, Rückfallgefahr.

Ein Gutachter aus der Praxis nennt drei Themen, die aus seiner Sicht am meisten zählen sollten: persönliche Ursachen, innere Warnsignale und Strategien für den Umgang mit Rückfällen.

Wie gut bist du vorbereitet?

Mach den kostenlosen MPU-Check: 9 Fragen, 2 Minuten, dein persönlicher Fahrplan mit Nachweisen, Zeitplan und größtem Risiko.

MPU-Check starten

Inhalte einer guten Vorbereitung

  1. Akte und Fakten: Akteneinsicht, Promillewert, Uhrzeit, Vorfälle.
  2. Trinkgeschichte: vom ersten Alkohol bis zur Tat, mit Mengen und Anlässen.
  3. Trinkmengenrechnung: Mit der Widmark-Formel prüfen, ob deine Angaben zum Wert passen.
  4. Motive: Wofür hast du getrunken? Was machst du heute stattdessen?
  5. Zielverhalten: Abstinenz oder kontrolliertes Trinken, passend zu deiner Einordnung.
  6. Belege: EtG im Urin, Haaranalyse oder PEth im Blut nach CTU-Kriterien.
  7. Rückfallplan: konkrete Situationen und Reaktionen.
  8. Gesprächsübung: Nachfragen aushalten, in eigenen Worten sprechen.

Ein Hinweis zum „Nachschulungskurs für alkoholauffällige Kraftfahrer“: Das ist der Kurs nach § 70 FeV. Er ist keine Vorbereitung, sondern kommt erst nach einer MPU mit Kursempfehlung und mit Zustimmung der Behörde.

Dauer und Zeitplan

EinordnungZielverhaltenMindestdauer
A3risikoarmer Konsum oder Verzichtmindestens 6 Monate
A2Abstinenz, kontrolliertes Trinken nur als Ausnahmein der Regel 12 Monate, frühestens nach 6
A1Abstinenz nach Rehabilitationmindestens 1 Jahr

Die BK 5 hat beim kontrollierten Trinken im A2-Bereich die Anforderungen verschärft: 3 Monate belegte Abstinenz in der Verzichtsphase und ein PEth-Wert von höchstens 60 ng/ml in der Stabilisierung. Der letzte Beleg sollte höchstens etwa 4 Monate vor der MPU liegen.

Titelseite des Guides Die 50 Gutachter-Fragen der MPU 2026
Gratis: Die 50 Gutachter-Fragen der MPU 2026

Was wirklich gefragt wird, was der Gutachter prüft und wie du deine Antwort aufbaust. 32 Seiten als PDF.

Guide holen

Kosten im Vergleich

  • MPU Alkohol: je nach Träger etwa 550 bis 750 Euro, ADAC nennt allgemein 400 bis 800 Euro.
  • Abstinenzbelege: Urin 12 Monate etwa 350 bis 700 Euro, Haaranalyse etwa 150 bis 350 Euro pro Probe.
  • Vorbereitung: von einzelnen Stunden bei Verkehrspsychologen bis zu Paketen. Die Preise sind nicht geregelt.
  • § 70-Kurs nach Kursempfehlung: etwa 400 Euro laut Ratgeberseiten.

MPU-Weg kostet zum Beispiel einmalig 690 Euro im Freigabe-Programm mit Bestehens-Garantie. Vergleiche nicht nur Preise, sondern auch, ob Psychologen beteiligt sind und ob du eine Bescheinigung mit Dauer und Zahl der Sitzungen bekommst.

Die häufigsten Fehler

  • Mengen schönrechnen: „Drei Bier“ bei 1,8 Promille ist nachrechenbar falsch.
  • Falsche Einordnung: Kontrolliert trinken wollen, obwohl deine Geschichte Abstinenz verlangt.
  • Zu kurze oder fehlerhafte Belege: abgebrochenes Programm, Hausarzt-Tests, veralteter letzter Beleg.
  • Nur äußere Gründe: „Ich trinke nicht, weil ich den Führerschein brauche.“
  • Auswendig gelernte Antworten: Gutachter fragen nach, bis sie das merken.
  • Kein Rückfallplan: keine Antwort auf „Was machst du auf der nächsten Hochzeit?“
  • Leberwerte ignorieren: Bei Alkohol werden Leberwerte immer bestimmt. Die BASt empfiehlt, sie vorher hausärztlich prüfen zu lassen.

Mit dem MPU-Check starten

Der erste Schritt ist eine ehrliche Bestandsaufnahme. Welche Einordnung ist wahrscheinlich? Wie lange brauchst du Belege? Wo hast du noch Lücken? Der kostenlose MPU-Check gibt dir dazu eine erste Einschätzung in wenigen Minuten.

Häufige Fragen

Wie lange dauert die MPU?

Der Untersuchungstag dauert meist drei bis vier Stunden, mit Fragebögen, Arzt, Leistungstest und Gespräch. Die Vorbereitung dauert bei Alkohol je nach Einordnung mindestens 6 Monate, bei Abstinenzpflicht meist etwa 12 Monate.

Was kostet die MPU insgesamt?

Die Alkohol-MPU kostet je nach Träger etwa 550 bis 750 Euro. Mit Abstinenzbelegen, Vorbereitung und Neuerteilung kommen schnell 1.500 Euro oder mehr zusammen.

Kann man die MPU beim ersten Mal bestehen?

Ja. Bei Alkohol-Ersttätern waren 2025 laut BASt 55 Prozent positiv und 8,1 Prozent bekamen eine Kursempfehlung. Früh informierte und geschulte Kandidaten schnitten in einer BASt-Studie deutlich besser ab.

Brauche ich für die MPU einen Abstinenznachweis?

Bei A2 und A1 ja, in der Regel über 12 Monate. Bei A3 kann auch ein belegter risikoarmer Konsum reichen, die Werte müssen aber zu deinen Angaben passen. Kläre deine Einordnung früh.

MPU bestehen. Oder Geld zurück.

MPU-Weg bereitet dich in sechs Stufen vor, mit Gutachter-Simulation, App und Community. 690 € einmalig, mit Bestehens-Garantie, keine Testphase.

Programm ansehen
Redaktion MPU-Weg

Geschrieben nach den Beurteilungskriterien in der 5. Auflage, den Begutachtungsleitlinien und der Fahrerlaubnis-Verordnung. Zahlen und Quellen stehen im Artikel. Zuletzt aktualisiert am 27.09.2026.